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Interview | Beitrag vom 08.03.2021

Schweiz stimmt für VerschleierungsverbotNein zum Nikab auch in Deutschland?

Birgül Akpinar im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Zu sehen ist eine Muslima, deren Kopf bis auf die Augen mit einem schwarzen Tuch verhüllt ist.  (picture alliance/Robin Utrecht)
Das Tragen von Nikab oder Burka in der Öffentlichkeit ist in der Schweiz künftig verboten. (picture alliance/Robin Utrecht)

Die Volksabstimmung in der Schweiz hat eine knappe Mehrheit für ein Verschleierungsverbot ergeben. Die CDU-Politikerin Birgül Akpinar wünscht sich das auch für Deutschland und ist sicher, "dass es hier definitiv nicht um Rassismus geht".

Wie in Frankreich, Österreich und anderen europäischen Ländern dürfen sich muslimische Frauen auch in der Schweiz künftig nicht mehr verschleiert in der Öffentlichkeit zeigen. Bei einer Volksabstimmung sprachen sich die Schweizer ganz knapp für das Verbot von Burka und Nikab aus. Aus Sicht von Birgül Akpinar, Mitglied im CDU-Landesvorstand Baden-Württemberg, ist so eine Vorschrift auch für Deutschland wünschenswert.

Verbot wäre wichtiges Signal nach außen

Auch sie hätte für ein Verschleierungsverbot gestimmt, sagte Akpinar, "weil ich denke, dass wir in einer offenen und freien Gesellschaft leben hier in Mitteleuropa und das nicht zu unserer Lebensweise gehört".

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So ein Verbot sei ein Signal nach außen "an die entsprechende Ideologie, aber auch an Verbände und Organisationen, die das mit vorantreiben in Europa und auch in Deutschland, wo das Interesse sehr groß ist, dass die Frauen sich vollverschleiern".

Kein Zeichen von Rassismus

Wer behaupte, dass eine Verschleierung etwas mit der Selbstverwirklichung der Frau zu tun habe, "der liegt hier total falsch", so Akpinar. Im Umkehrschluss bedeute dies nämlich, "dass erstrittene Frauenrechte einfach zunichte gemacht werden".

Vorwürfe, wonach derartige Vorstöße als rassistisch oder islamfeindlich motiviert anzusehen seien, will die CDU-Politikerin nicht gelten lassen: "Das ist immer das Totschlagsargument." Jede Kritik werde sofort mit diesen Begriffen belegt. Für sie sei jedoch klar, dass es sich hier "definitiv nicht um Rassismus oder Islamfeindlichkeit geht".

(ckü)

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