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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 10.12.2020

Schmerz öffentlich verarbeitenHilft Social Media bei Trauma und Depression?

Von Christine Watty und Johannes Nichelmann

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Illustration zweier Smartphones. In einem sitzt eine niedergeschlagene Frau über der es regent, aus dem anderen lehnt eine Frau mit Regenschirm die ihr Trost spendet. (Gettyimages / Maria Ponomariova)
Über Depressionen reden in sozialen Netzwerken: Schmerzheiler oder Placebo? (Gettyimages / Maria Ponomariova)

Die einen tweeten über Depressionen, andere über das eigene Sterben. Kann die Verarbeitung von psychischen Leiden oder Traumata in den sozialen Medien helfen? Ein Gespräch mit dem Psychologen Thorsten Padberg und der Autorin Ilona Hartmann.

Seit einigen Jahren tut sich was in der Wahrnehmung von psychischen Krankheiten und heftigen Lebensereignissen: Sie werden mehr und mehr thematisiert, auch um die Stigmatisierung von Betroffenen einzudämmen. Dabei spielt das Thema Öffentlichkeit längst eine Rolle, wenn Medien beispielsweise berichten und Informationen anbieten.

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Wie aber ist es, wenn sich in sozialen Medien mehr der immer noch so genannten "Tabuthemen" Bahn brechen? Welche Rolle spielt die Reaktion der Community?

Promis und persönliche Abgründe

Kann Social Media helfen - und wenn ja wie? Und welchen Einfluss auf das Reden über persönliche Abgründe und Schmerz hat es, wenn Prominente von Fehlgeburt oder Depression berichten? Klar, es ergeben sich natürlich Identifikationsmöglichkeiten für alle und die Beruhigung: Es geht nicht nur mir so. Aber heilt das den eigenen Schmerz? Ist das ein Fortschritt im Reden über das, was uns ganz privat ausmacht?

Was macht all der Schmerz unkuratiert und ungeschützt eigentlich mit seinem Publikum? Welche Rolle spielt also die Öffentlichkeit – und darin das immer wieder kehrende Narrativ des eigenen Seelenzustands?

Wie sich Stimmung in sozialen Medien verändert

Viele Fragen an zwei Gäste: Die Autorin Ilona Hartmann twittert mit Humor und guter Beobachtungsgabe. Auch mit Bezug darauf, wie sich die Stimmung in sozialen Netzwerken verändert, wenn die Menschen diese Kanäle für ihre Trauer und Depression nutzen. Außerdem kennt sie sich mit Selbstbetrachtungen aus: Ihr Debut-Roman "Land in Sicht" handelt von der Suche der Protagonistin nach ihrem Vater – und das ist in großen Teilen ihre eigene Geschichte.

Mit in der Runde ist außerdem der Psychologe Thorsten Padberg, der sich mit diesem Öffentlichkeitsthema beschäftigt. Er gehört auch zum Team unseres preisgekrönten Deutschlandfunk Kultur-Podcasts "Therapieland". 

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