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Literatur / Archiv | Beitrag vom 10.06.2014

Schauplätze in der LiteraturOrte, die wir zu kennen glauben

Berlin, Stuttgart und Jerichow in der jüngeren Literatur

Von Katharina Wilts

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Alte Laternen leuchten in der blauen Stunde am Gendarmenmarkt im Bezirk Mitte in Berlin. (picture alliance / dpa / Wolfram Steinberg)
Alte Laternen am Gendarmenmarkt in Berlin (picture alliance / dpa / Wolfram Steinberg)

Wie vermischen sich in Romanen reale und imaginäre Orte, wie gehen Autoren mit Schauplätzen um, die durch andere Texte schon geprägt sind? Annett Gröschner, Jan Brandt und Anna Katharina Hahn haben in ihren Büchern überraschende Verbindungen zur Literaturgeschichte geschaffen.

"Walpurgistag" ist ein Berlin-Roman, wer das Buch aufschlägt, sieht einen Stadtplan von 2002 und in seiner Mitte den Alexanderplatz. Hier versuchte schon Franz Biberkopf in Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" mehr vom Leben zu bekommen "als nur das Butterbrot". Annett Gröschner hat einen spielerischen Umgang mit dem literarischen Vorbild gefunden. Stuttgart ist verglichen mit Berlin ein nahezu unbeschriebener Ort.

Wer auf den Spuren von Anna Katharina Hahns Büchern durch die Stadt geht, kann sich schnell verlaufen. "Am Schwarzen Berg" heißt ihr Roman und ist gleichzeitig die Adresse der Hauptfiguren, ein fiktiver Ort und der Beginn eines Gedichts von Eduard Mörike. Anspielungen und Bezüge zu dem schwäbischen Dichter durchweben den ganzen Roman. Jan Brandt hat als Schauplatz seines umfangreichen Debüts "Gegen die Welt" den fiktiven Ort Jerichow gewählt. Ein Ort, der Lesern von Uwe Johnson bekannt klingt. Bei Jan Brandt steht dieser kleine Ort in Ostfriesland für einen ganzen Kosmos.

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