Seit 05:50 Uhr Aus den Feuilletons

Donnerstag, 14.11.2019
 
Seit 05:50 Uhr Aus den Feuilletons

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 25.01.2019

Saurier-Forscher Eberhard Frey Spitzname "Dino"

Moderation: Ulrike Timm

Beitrag hören Podcast abonnieren
Saurierforscher Eberhard "Dino" Frey mit weit aufgerissenem Mund neben einem Schädelabguss eines Tyrannosaurus rex. (Uli Deck / dpa / picture alliance)
Saurierforscher Eberhard "Dino" Frey neben einem Schädelabguss eines Tyrannosaurus rex. (Uli Deck / dpa / picture alliance)

Saurier, Flugdrachen, ausgestorbene Echsen – das ist die Welt von Eberhard Frey. Er ist einer der bekanntesten Saurier-Forscher der Welt: In Mexiko entdeckte er das "Monster von Aramberri". Und auch im Kraichgau wurde er fündig.

Wenn man Bilder von Eberhard Frey sieht, wie er in der Hitze Mexikos gräbt, dann ist die Assoziation mit "Indiana Jones" nicht weit. Ganz so abenteuerlich wie bei dem Filmhelden geht es bei dem Biologen vom Naturkundemuseum in Karlsruhe zwar nicht zu, aber spektakuläre Funde hat er dennoch zu bieten: So gruben er und seine Kollegen im Süden Mexikos den größten Raubsaurier aus, der je auf der Welt gelebt hat – vor rund 150 Millionen Jahren.

Das "Monster von Aramberri". (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe)Das "Monster von Aramberri". (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe)

"Man kann sich das so vorstellen wie eine riesige Tonne mit vier flügelartigen Flossen dran", sagt Frey. Vorne ein Baumstamm von einem Hals und dann ein Drei-Meter-Schädel mit 15 Zentimeter langen Zähnen." Sie tauften das Riesenskelett nach dem Fundort "Monster von Aramberri". Dieser Name habe damals "wie eine Bombe" eingeschlagen.

Ältestes Kolibri-Skelett der Welt

Aber "Dino" Frey gräbt nicht nur in Mexiko, Argentinien oder Peru – der Paläozoologe ist auch in Deutschland auf den Spuren der Urzeittiere unterwegs. So zum Beispiel im Kraichgau in Baden-Württemberg: In der Tongrube Unterfeld entdeckte sein Team Überreste von Seekühen, Riesenhaien – und das älteste Kolibri-Skelett der Welt! Sie lebten vor rund 32 Millionen Jahren.

Das älteste Kolibri-Skelett der Welt aus dem Kraichgau neben einer 1 Cent Münze. (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe)Das älteste Kolibri-Skelett der Welt aus dem Kraichgau. (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe)

Auch im Zeitalter der Digitalisierung sei er, wenn es um das Graben geht, immer noch sehr archaisch unterwegs: "Ich kann die Fossilien nicht aus dem Boden herausdigitalisieren. Das muss ich wirklich mit Hacke und Schaufel, Pinsel und Besen und allem möglichen machen. Und mit Gips und Sack wie es auch vor hundert Jahren gemacht wurde."

"Dino" Freys Interesse an der Paläozoologie wurde schon geweckt, als er ein kleiner Junge war. Ein Untermieter der Familie habe da eine Schlüsselrolle gespielt: "Der nahm mich als ganz kleines Kind mit in ein Naturalienkabinett in Ulm und da habe ich meinen ersten Ichtyosaurier gesehen und das hat mich nicht mehr losgelassen."

Bildungsangebote für Kinder

Bis heute liegt dem Museumsdirektor besonders die Bildung der Kinder am Herzen, für die es viele Angebote in seinem Haus gebe. Zugleich sehe er die Museen "als Portale für die Wissenschaft".

Angesichts der Jahrmillionen, mit denen er sich beschäftigt, empfinde er Demut. Ihm sei sehr bewusst, dass "wir Teil einer gigantischen Geschichte sind, die mit uns nicht endet. Und dann denke ich auch, wir sollten schon etwas mehr an den Planeten denken und an unser eigenes Leben, wie wir unsere Umwelt gestalten."

Mehr zum Thema

Riesen-Dinosaurier in Argentinien - Knochenarbeit in der Pampa
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 18.06.2015)

Prähistorische Giganten
(Deutschlandfunk Kultur, Thema, 05.05.2010)

Geheimnisse im Zahnstein - Was Bakterien im Mund unserer Vorfahren verraten
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 22.11.2018)

Im Gespräch

Theaterintendantin Kathrin Mädler"Frauen führen anders"
Die Theater-Intendantin Kathrin Mädler steht, an das Geländer gelehnt, im Foyer des Landestheaters Memmingen. (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)

Seit drei Jahren bringt Kathrin Mädler frischen Wind ins Landestheater Schwaben in Memmingen. Die Intendantin brennt für das Gegenwartstheater. Dass sie neue Spielorte ausprobiert, kommt auch bei den Einheimischen gut an: Das Theater ist meist ausverkauft.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur