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Konzert / Archiv | Beitrag vom 21.06.2018

Saisonabschluss des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. LiveVladimir Jurowski dirigiert Mozart und Zemlinsky

Moderation: Stefan Lang

Der Dirigent Vladimir Jurowski dirigiert das RSB mit Publikum im Hintergrund (Matthias Creutziger)
Saisonabschluss ist Chefsache: Vladimir Jurowski dirigiert für das Berliner Publikum (Matthias Creutziger)

Für Mozart war es DAS Publikum. Für Zemlinsky ebenso. Beide Komponisten feierten hier große Erfolge. Die Prager liebten Musik und bewiesen dabei Geschmack. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin spielt Werke, die für dieses stilsichere Publikum entstand.

Vladimir Jusrowski beendete an diesem Abend seine erste Saison als Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Im Gespräch mit Stefan Lang zieht er Bilanz:

Zwei Prager Kompositionen spannte Vladimir Jurowski an diesem Abend für das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin zusammen, Mozarts sogenannte "Prager Sinfonie" und Zemlinskys "Lyrische Sinfonie". Beide Komponisten prägten in ihrer Zeit das Musikleben der Stadt, beide wurden gefeiert und verehrt.

"Nie sah man das Theater so voll Menschen"

So erinnert sich Mozarts Biograph Franz Xaver Niemetschek an die Prager Uraufführung der 38. Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart im . Der Komponist hatte zuvor in der Stadt Furore mit seiner Oper "La nozze di Figaro" gemacht. Und so wundert es nicht, dass Mozart bei seinem nächsten Aufenthalt im Januar 1787 daran anknüpfte. Bei einem Konzert improvisierte Mozart über musikalische Themen seiner Erfolgs-Oper und in seiner Sinfonie, die er für den Anlass auswählte, finden sich entsprechende Reminiszenzen. Die Sinfonie erhielt schließlich den Beinamen "Prager Sinfonie" und ist dunkler gefärbt und weniger verspielt. 

"Zemlinsky war einer der wichtigsten Stilformer und Bestimmer im Musikleben"

Das meint Vladimir Jurowski und beschreibt damit die Rolle von Alexander Zemlinsky, der ab 1911 als Musikdirektor des "Neuen Deutschen Theaters" die Prager Szene mit beeinflusste. Sein Werk entstand in Prag und verarbeitete eine Lebensepisode, die er nie ganz verwinden konnte. Als Komponist und Dirigent verehrte er den Kollegen Gustav Mahler im höchsten Maß.

Allerdings konnte er niocht verstehen, warum seine Jugendliebe Alma Schindler den Heiratsantrag des Kollegen und nicht seinen annahm. Das schmerzte auch dahingehend, dass er das musikalische Talent bei Alma entdeckte und gefördert hatte und dieses im Umfeld von Gustav Mahler nun verkümmerte, da dieser keine komponierende Gattin an seiner Seite akzeptierte.

Träume füreinander und doch aneinander vorbei

In sieben Gedichten von Rabindranath Tagore fand er eine Spiegelfläche für diese emotionale Klippe. Ein Mann und eine Frau beteuern ihre Liebe und doch träumen sie aneinander vorbei, die Liebe als große, imaginäre Projektionsfläche. Zemlinsky reihte die Lieder aneinader und komponierte wie in einem Sog. Das Werk erhielt so seine lyrische und zugleich sinfonische Form. 

Die Sopranistin Camilla Nylund (Markus Hoffmann/RSB)Die Sopranistin Camilla Nylund gilt als Spezialistin für spätromantisches Repertoire (Markus Hoffmann/RSB)

Die finnische Sängerin Camilla Nylund ist führende Sopranistin in lyrisch-dramatischen Rollen. Ihre Stimme wird besonders für Partien der späten Romantik verlangt. Mit Matthias Goerne hat sie einen musikalischen Spitzenpartner an ihrer Seite, der gerade als Liedsänger unumstrittene Anerkennung findet.

Matthias Goerne (Marco Borggreve)Matthias Goerne ist Fachmann für das romantische Lied (Marco Borggreve)

Live aus der Berliner Philharmonie

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 38 D-Dur, KV 504
"Prager Sinfonie"

Alexander Zemlinsky
Lyrische Sinfonie für Sopran, Bariton und Orchester
auf Gedichte von Rabindranath Tagore op. 18

Camilla Nylund, Sopran
Matthias Goerne, Bariton

Rundfunk-Sinfonieorcheser Berlin
Vladimir Jurowski

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