Resiliente Gesellschaft

    Risiken eingehen, um Krisen zu meistern

    07:50 Minuten
    Professor Markus Brunnermeier schaut in die Kamera. Hinter ihm sind Gebäude zu erkennen.
    Man müsse lernen, größere Krisen besser zu vermeiden, findet Markus Brunnermeier. © Adena Stevens / Princeton University
    Markus Brunnermeier im Gespräch mit Axel Rahmlow · 16.08.2021
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    Wie kann eine Gesellschaft resilienter werden? Diese Frage hat der Volkswirtschaftsprofessor Markus Brunnermeier mit anderen Wissenschaftlern angesichts kommender Krisen besprochen. Entscheidend sei, etwa beim Klimawandel, Kipppunkte zu vermeiden.
    Die Welt steht vor großen Erneuerungen und Umwälzungen, die mit Krisen verbunden sind. Das sagt Markus Brunnermeier, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Princeton-Universität. "Wir müssen lernen, diese Krisen besser zu vermeiden", fordert er.
    Dafür sei es notwendig, den Gesellschaftsvertrag zu ändern und die Institutionen so anzupassen, dass sie nach Schocks zurückfedern, erläutert Brunnermeier, der in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Wissenschaftlern und Politikern Interviews zu der Frage geführt hat, wie wir künftig besser mit weltweiten Krisen umgehen können. Daraus entstanden ist das nun erschienene Buch "Die resiliente Gesellschaft".

    Kipppunkte vermeiden

    Wichtig sei bei der Vorbereitung für künftige Krisen zu unterschieden, welche Risiken temporär sind, wenn die richtigen Schritte eingeleitet werden, "und welche sind wesentlich dramatischer". Deswegen müssten manche Risiken auch eingegangen werden, um so größere Krisen zu vermeiden, erklärt Brunnermeier,
    "Es ist besser, kleinere Krisen hochkommen zu lassen und aus diesen dann zu lernen, um auch größere Krisen zu meistern. Dadurch wird die ganze Gesellschaft an sich resilienter", sagt der Volkswirt mit Verweis auf die Euro-Krise.
    Bei anderen Krisen – wie beim Klimawandel – drohe dagegen ein Kipppunkt, der ein Zurückfedern nicht mehr möglich macht. Als "einzigen realistischen Lösungsansatz" sieht Brunnermeier hierfür neue Technologien, um eine saubere Wirtschaft zu fördern.
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