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Tonart | Beitrag vom 10.01.2020

Rekord beim AudiostreamingDie Zukunft des Musikhörens

Florian Drücke im Gespräch mit Martin Böttcher

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Kopfhörer die zwischen buntem Konfetti auf dem Boden liegen. (unsplash/Ryan Quintal)
Rillen, Laser oder Datenströme: Wie werden wir in Zukunft Musik konsumieren? (unsplash/Ryan Quintal)

Die Deutschen waren bislang immer noch treue CD-Hörer. Jetzt verzeichnen Musikstreaming-Dienste neue Rekordzahlen. Wie wird sich der Markt weiter entwickeln? Der Bundesverband der Musikindustrie ist optimistisch.

Totgesagte leben am längsten. Paul McCartney zum Beispiel oder Keith Richards. Und die CD. Lange hat man ihr Ende prophezeit, aber es gibt sie immer noch. In Deutschland ist sie besonders beliebt: Rund ein Drittel der Umsätze machen die Silberscheibchen in der Musikindustrie aus.

Aber: Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland laut GfK Entertainment und Bundesverband Musikindustrie (BVMI) 107 Milliarden Musikstreams gegeben. Das ist ein neuer Rekord. Damit hat sich die Zahl in zwei Jahren fast verdoppelt. Musikstreaming ist das umsatzstärkste Format, zwei Drittel der Einnahmen werden mit digitaler Musik generiert.

Die Branche profitiert vom Streaming

Die Diversifizierungs-Strategie gehe auf, sagt Florian Drücke, Vorsitzender des Bundesverbands der Musikindustrie. Die Branche profitiere vom Streaming, die Umsätze stiegen. Damit erholt sie sich von der Krise: Noch um die Jahrtausendwende seien die Umsätze um etwa 40 Prozent eingebrochen.

Und: "Der Markt ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft", so Drücke. Bei weitem sei es noch nicht so, dass die meisten Menschen bezahltes Streaming nutzen. "Wichtig ist, dass der Wert der Musik sich ausdrückt, dass alle daran beteiligt werden. Und insofern sind wir auf einem sehr guten Weg."

Entwicklung nicht umkehrbar

Und wie steht es um die Zukunft der CD? Auch wenn die Unkenrufe schon vor Jahren laut gewesen seien: In Deutschland sind die Umsätze wesentlich langsamer zurückgegangen als in anderen Ländern, sagt Drücke. Ein Ende der CD sei nicht absehbar.

"Es ist der Formatmix, der spannend ist", sagt Drücke. "Keiner sagt eine Zukunft voraus, in der wir plötzlich wieder Umsätze über Kassette, CD und Vinyl generieren und nur ein kleiner Teil das Musikstreaming ist. Das wird sich nicht mehr umkehren."

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