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Fazit | Beitrag vom 30.03.2019

Rainald Grebe-Show zur SPD in DortmundEin Blick zurück auf bessere Zeiten

Rainald Grebe im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Christian Freund, Marlena Keil, Anke Zillich und Caroline Hanke in "Unsere Herzkammer" in der Regie von Rainald Grebe am Theater Dortmund. (Birgit Hupfeld)
Christian Freund, Marlena Keil, Anke Zillich und Caroline Hanke in "Unsere Herzkammer" in der Regie von Rainald Grebe am Theater Dortmund. (Birgit Hupfeld)

Dortmund war mal eine Hochburg der SPD. Das Schauspiel Dortmund und Rainald Grebe blicken mit "Unsere Herzkammer" auf die 150-jährige Geschichte der Verbindung zurück. Dabei durften auch altgediente Sozialdemokraten und Arbeiterlieder nicht fehlen.

Auch in der "Herzkammer" der Sozialdemokratie, in Dortmund, sei die SPD im Niedergang, sagt der Musiker und Kabarettist Rainald Grebe. "In den 90er Jahren gab es absolute Mehrheiten für die SPD. Diese Zeiten sind vorbei und auch die Mitgliederzahlen sind weiter rückläufig. Das hat viele Gründe. Einerseits sind die großen Stahl- und Kohlekonzerne nicht mehr da, also ist die klassische Arbeiterschaft verschwunden. Außerdem sind einige zur AfD abgewandert."

Ein Land, das es so nicht mehr gibt

Der Kern des "Unsere Herzkammer" genannten Abends bestehe in der Einsicht, dass die alten Zeiten besser waren, sagt Grebe. "Da ist viel Nostalgie oder Erinnerung an ein Westdeutschland, das es so nicht mehr gibt. Das ist präsent als wesentliches Theatermoment." Diesem alten Westdeutschland trauere er ein bisschen nach. Der alte Gegensatz von CDU und SPD habe für ihn etwas heimeliges. "Diese neue Welt mit rechten Parteien und Splitterparteien verstehe ich gar nicht mehr."

Der Männergesangsverein "Harmonie" der Zeche Victoria in Lünen im Stück "Unsere Herzkammer" in der Regie von Rainald Grebe am Theater Dortmund. (Birgit Hupfeld)Der Männergesangsverein "Harmonie" der Zeche Victoria in Lünen im Stück "Unsere Herzkammer" in der Regie von Rainald Grebe am Theater Dortmund. (Birgit Hupfeld)

Grebe begrüßt, dass die SPD nun versuche, eine neue Klientel zu finden. "Die Partei hat eingesehen, dass sie ein klareres Profil braucht und sich verstärkt um diejenigen kümmern muss, denen es nicht so gut geht." Er würde sich freuen, wenn viele SPDler in die Vorstellungen von "Unsere Herzkammer" kämen. "Da können sie sehen, dass Politik auch mit Emotionen und Herzblut geht."

Begeistert von der Geburtstagsfeier zeigt sich die Generalsekretärin der SPD Nordrhein-Westfalens, Nadja Lüders, nach der Aufführung in Dortmund.

Die Kritikerin Christiane Enkeler fragt sich im Gespräch mit Vladimir Balzer, ob die Dortmunder Revue den Kern der SPD freilegen konnte.

Friedrich Küppersbusch findet, Grebes Blick schaue nur in eine Richtung, nämlich zurück. Und lasse außer acht, was in Dortmund wirklich interessiert: der Strukturwandel, die Borussia.

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