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Plus Eins | Beitrag vom 11.06.2021

Psychologe Leon Windscheid"Gefühle machen im Kopf das Licht an"

Moderation: Sonja Koppitz

Illustration eines Mannes, der weinend, mit Alkohol und Zigarette am Tisch sitzt und sehnsüchtig den Mond durch das Fenster anschaut.  (imago / Ikon Images / Tommaso D'Incalci)
Glück, Trauer, Liebe oder Sehnsucht. Gefühle bestimmen unser Leben. Aber wir können auch unsere Gefühle beeinflussen, sagt Leon Windscheid. (imago / Ikon Images / Tommaso D'Incalci)

Der Psychologe und Bestsellerautor Leon Windscheid will wissen, woher Emotionen kommen und wie sie uns die Welt in den Kopf holen. Sein größtes Glück ist, in den Austausch mit internationalen Stars der Wissenschaft zu treten.

Wie erklärt man einem Marsmännchen die Liebe? Warum ist Angst auch ein gutes Gefühl? Und wie gehen wir mit den Gefühlen anderer Menschen um? Alles, was wir denken und tun, wird durch unsere Gefühle beeinflusst, sagt der Psychologe Leon Windscheid. (*)

Im Studium und danach hat er sich wissenschaftlich mit Gefühlen beschäftigt. "Eines, was ich immer wieder spüre, ist die Neugier. Ich möchte die Sachen verstehen", sagt Windscheid.

Gefühle finden im Inneren unseres Kopfes statt. Unser Gehirn liegt im Dunkel dieses Schädelknochens. "Ich habe mich immer gefragt, wie geht da drin das Licht an." Das gehe nur über die Gefühle, denn die seien die Transformation dessen, was wir erleben, in unserem Kopf.

Porträtbild von Leon Windscheid in einem Fernsehstudio. (picture alliance/dpa / Henning Kaiser)Gefühlen nähert sich der 32-jährige Psychologe Leon Windscheid ganz wissenschaftlich. (picture alliance/dpa / Henning Kaiser)

Von Managern höre man oft, sie könnten sich nicht von Gefühlen leiten lassen und müssten rational handeln, sagt Windscheid. Doch das sei ein Trugschluss. "Gefühle bestimmen, wie wir handeln. Gefühle können wir selbst mitbestimmen und, wer glaubt, dass Entscheidungen oder gerade die rationalen Themen zu lösen wären, der trügt sich einfach."

Deshalb will er verstehen, wie diese Entscheidungen zustande kommen. "Mich reizt Erkenntnis", sagt er. Deswegen ist er in den Iran gefahren und hat sich dort an einen Hirnscanner anschließen lassen. Er hat mit den Menschen dieser anderen Kultur über Scham gesprochen und wie sie damit umgehen.

Und er schrieb an Professoren aus aller Welt, die über Gefühle forschen. Viele davon seien seine wissenschaftlichen Idole und er habe sich gefreut wie ein Kind, als diese ihm auch tatsächlich geantwortet und mit ihm über ihre Wissenschaft gesprochen haben.

(*) Redaktioneller Hinweis: Wir haben den Vornamen korrigiert. 

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