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Wortwechsel / Archiv | Beitrag vom 05.01.2018

Proteste im IranAufstand gegen Misswirtschaft und Machtmissbrauch

Moderation: Monika van Bebber

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Studenten in Teheran und Polizisten geraten am 30.12.2017 aneinander. (AFP / Stringer)
Studenten und Polizisten geraten am 30.12.2017 in Teheran aneinander. (AFP / Stringer)

Tausende Menschen gehen im Iran auf die Straße. Sie protestieren gegen Not, Korruption und die Macht der Mullahs. Es hat Angriffe auf Polizeiwachen und Kasernen gegeben, Menschen starben, Hunderte wurden festgenommen.

Dass einiges faul ist in der Islamischen Republik, gibt unterdessen selbst Präsident Rohani offen zu. Aber längst nicht alle Kritiker halten einen Regimewechsel für klug. Und es gibt auch Demonstrationen für die Regierung.

Wer sind die Menschen, die auf die Straße gehen, welche unterschiedlichen Strömungen stellen sie dar? Gibt es gemeinsame Ziele? Oder drohen bürgerkriegsähnliche Verhältnisse wie nach dem arabischen Frühling? Wie sollen sich die Nachbarländer, wie soll sich der Westen verhalten? Führt der Atom-Deal mit Teheran zu falscher Zurückhaltung im Umgang mit den Machthabern? Wie sähe eine friedliche Lösung aus? Welche Chancen gibt es für Reformen?

Über diese und andere Fragen diskutieren:

Azadeh Zamirirad, Iran-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik:

"Was wir derzeit sehen, ist der Beginn einer neuen Protestlandschaft. Wenn es gelingt, dass sich Arbeiter organisieren können, dass Gewerkschaften entstehen, dass Frauen auf die Straße gehen und für ihre Rechte einstehen, dann ist das ein großer Erfolg. Viele haben aber Angst, mit zu demonstrieren, weil sie libysche Verhältnisse im Iran befürchten."

Reinhard Baumgarten, ehemaliger Hörfunkkorrespondent in der Region:

"Die Zahl 131 von 180 bewerteten Ländern im Korruptionsindex drückt nicht annähernd das aus, wie korrupt dieses Land wirklich ist. Das ist ein riesiges, großes Problem. Sanktionen schaden am meisten dem iranischen Volk. Die, die sowieso schon die Hände auf den Hebeln haben und sich die Taschen füllen, werden durch die Sanktionen nicht ärmer. Die einfachen Menschen schon."

Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Linken und Mitglied der deutsch-iranischen Parlamentariergruppe:

"Der Westen hat mit seinen Sanktionen die Hardliner im Land gestärkt."

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