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Kompressor | Beitrag vom 12.03.2020

Pressefreiheit im InternetDie Zensur mit Minecraft umgehen

Kristin Bässe im Gespräch mit Massimo Maio

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Ein Szenenbild aus dem Internetspiel Minecraft, auf dem eine großes weißes Gebäude zu sehen ist, davor sind mehrere Bäume. Auf dem Gebäude befindet sich die Aufschrift "Uncensored Library". (Reporter ohne Grenzen)
Ein Prachtbau für die Pressefreiheit: In der "Uncensored Library" haben Spieler Zugriff auf Artikel, die der Zensur zum Opfer gefallen sind. (Reporter ohne Grenzen)

Viele Millionen Menschen spielen weltweit Minecraft. Dort finden sie seit heute auch eine "Uncensored Library". Die Organisation Reporter ohne Grenzen will damit jungen Menschen das Thema Pressefreiheit näher bringen.

Am heutigen Welttag gegen Internetzensur hat die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) ein außergewöhnliches Projekt vorgestellt, um blockierte Artikel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: In dem weltweit am meist gespielten Game "Minecraft" haben die ROG-Aktivisten die virtuelle Bibliothek "Uncensored Library" eröffnet.

Der Clou an der Sache: Selbst in Ländern, in denen das Internet zensiert wird, kann auf Minecraft zugegriffen werden. Mit der Nutzung des beliebten Spiels betrete man Neuland, um Einschränkungen bei der Pressefreiheit zu umgehen, sagt Kristin Bässe von Reporter ohne Grenzen.

Minecraft habe mehr als 145 Millionen Spieler monatlich, die nun auf die Bücherei zugreifen könnten, betont sie. Wenn man in die "Uncensored Library" – ein prachtvoller Bau mit Säulen – gehe, sehe man verschiedene Flaggen, beschreibt Bässe die Bibliothek.

Weltweit zugänglich für alle

Die Fahnen kann man anklicken – so bekommt man dann länderspezifische Informationen zur dortigen Lage der Pressefreiheit. Außerdem befänden sich in dem Gebäude Bücher, die ehemals zensierte Artikel enthielten – beispielsweise von Javier Valdez aus Mexiko, der zu Korruption und Kriminalität recherchierte und 2017 ermordet wurde.

Für sie sei wichtig, dass Minecraft-Spieler – vor allem junge Menschen – mit dem Thema Pressefreiheit in Kontakt kämen, sagt Bässe, die an dem Projekt mitgearbeitet hat. Dafür biete sich das Spiel besonders an: "Selbst wenn unser Server zensiert werden würde, kann man davon ausgehen, dass einer der Millionen Spieler diese Library bereits geteilt und auf einen anderen Server hochgeladen hat", ist Bässe überzeugt.

(rzr)

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