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Fazit | Beitrag vom 26.04.2021

Preisverleihung "Die Goldenen Blogger"Lockdown-Tröster und Lifestyle für schwarze Frauen

Jochen Dreier im Gespräch mit Vladimir Balzer

Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit Fans bei der Verleihung des 54. Gimme-Preises. (imago / Chris Emil Janßen)
Auch Prominente wie Joko und Klaas sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel waren in diesem Jahr nominiert. (imago / Chris Emil Janßen)

Der Social-Media-Preis "Die Goldenen Blogger" ist ein Gradmesser dafür, wohin sich Internetphänomene und soziale Medien bewegen. Alle möglichen Nischen finden hier in 16 Kategorien Platz. Aber auch Angela Merkel war nominiert.

So ganz kommt kein Glamour-Gefühl bei der diesjährigen Preisverleihung "Die Goldenen Blogger" auf. Das Greenscreen-Studio im Postturm in Bonn sei zwar "grafisch hübsch" anzusehen, wirke aber auch steril, sagt der Kulturjournalist Jochen Dreier. Außerdem "knalle" die Videokonferenz "nicht so richtig", auch wenn das die naheliegende Lösung in diesen Zeiten sei.

Auf der Bühne hätten die Gäste und Gewinnerinnen verloren gewirkt. Ein bisschen Feierlichkeit versuchten die Initiatorinnen und Moderatoren zumindest mit ihren Abendkleidern und Anzügen auszustrahlen. "Für eine Gala ist das einfach eine sehr bescheidene Zeit", sagt Dreier. Trotzdem habe es ein paar bewegende Momente gegeben. Preise in 16 Kategorien wurden verliehen.

Auszeichnung für das Lifestyle-Magazin "RosaMag"

In der wichtigsten Kategorie "Bloggerin des Jahres" gewann Teresa Bücker. Sie ist Chefredakteurin des Magazins Edition F. Sie wurde für ihre Kolumne und ihren Newsletter "Zwischenzeit" über das Muttersein ausgezeichnet. Darin geht es vor allem um Gleichstellung und Feminismus. Dreier sagt, sie habe den Preis verdient, weil sie in ihren Texten "seit Jahren schon Frauen eine Stimme" gebe.

Auch der Preis für die Newcomerin des Jahres ist nach Meinung von Dreier sehr verdient. In dieser Kategorie gewann das Lifestyle-Magazin "RosaMag". Ziel der Macherinnen ist es, schwarze Frauen zu inspirieren und sie in Deutschland sichtbarer zu machen.

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Kurios ist hingegen die Kategorie "beste Lockdown-Trösterin". Gewonnen hat der Podcast "Discovery Panel". Eigentlich sprechen die beiden Macher hauptsächlich über Star Trek. Im ersten Lockdown jedoch nahmen sie jeden Tag eine Folge ihres Podcasts auf, benannten ihn in Quarantäne-Cast um und sprachen über viel mehr als nur über Captain Kirk und Commander Spock. Damit hätten sie ihren Hörerinnen und Hörern ein Stück weit Trost gespendet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte dieses Jahr hingegen keinen Preis gewinnen. Sie war in der Kategorie "Beste BloggerIn ohne Blog" nominiert. In der Begründung zur Nominierung hieß es: "Obwohl die Kanzlerin nur durch ihren Videocast selbst im Netz aktiv ist, beeinflussten ihre Tonalität und ihre Persönlichkeit den öffentlichen Diskurs im Netz erheblich."

Insgesamt sei die Preisverleihung eine "ganz lohnende Veranstaltung" gewesen, sagt Dreier, da sie einen Überblick über Nischen, Stars und die großen Themen der sozialen Medien biete.

(sbd)

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