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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 21.03.2019

Preise der Leipziger BuchmesseEhrungen für Stelling, Jähner und Wemme

Anke Stelling bedankt sich für die Auszeichnung mit dem Leipziger Buchpreis in der Kategorie Belletristik. Sie wurde für ihr Werk "Schäfchen im Trockenen" (Verbrecher Verlag) ausgezeichnet. (Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)
Anke Stelling: Gewinnerin des Leipziger Buchpreises 2019 in der Kategorie Belletristik bei ihrer Dankesrede (Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

Auf der Buchmesse in Leipzig sind die Preise für Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben worden. Gewonnen haben in diesem Jahr: Anke Stelling, Harald Jähner und Eva Ruth Wemme.

Der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik geht in diesem Jahr an

Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen

In ihrem Roman "Schäfchen im Trockenen" nimmt Anke Stelling die steigenden Berliner Mieten ins Visier und begibt sich zum zweiten Mal in das Milieu der Baugruppen. Protagonistin Resi und den Kindern wird die Altbauwohnung gekündigt, von einem der Freunde, die gemeinsam in eine solche Baugruppe gezogen sind. Dafür hätte Resi als Aufsteigerin und Nicht-Erbin nicht das Geld gehabt, sie blieb außen vor, nun droht ihr die Verdrängung aus der Innenstadt nach Marzahn. Mit ihrer schonungslosen Milieustudie hält Stelling ihrer eigenen Generation radikal den Spiegel vor. 

Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman "Gisela" verfilmt, 2010 die Erzählung "Glückliche Fügung". Mit ihrem Roman "Bodentiefe Fenster" (2015) stand sie auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015.

Hier erfahren Sie mehr über dieses Buch

Nominiert waren
Kenah Cusanit: Babel
Matthias Nawrat: Der traurige Gast
Feridun Zaimoglu: Die Geschichte der Frau
Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen
Jaroslav Rudiš: Winterbergs letzte Reise

Kategorie Sachbuch

Der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch geht in diesem Jahr an Harald Jähner:

Harald Jähner: Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955

Harald Jähner nach der Auszeichnung mit dem Preis der Leipziger Buchmesse. Er gewann für "Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955" im Jahr 2019 den Preis in der Kategorie Sachbuch.  (Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB )Harald Jähner (Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB )

"Wolfszeit" dokumentiert die Neuerfindung eines Landes. Der zweite Weltkrieg ist vorbei, zahllose Versprengte ziehen durchs Land, Kinder haben keine Väter mehr, die alte Staats- und Gesellschaftsform gilt nicht mehr. Aber zur gleichen Zeit gibt es wieder Rosenmontagszüge, Jazz erklingt aus Ruinen, Intellektuelle stoßen Debatten an und die Alliierten initiieren die demokratische Bildungsarbeit zur Überwindung des Nationalsozialismus. Harald Jähner legt die erste große Mentalitätsgeschichte der Nachkriegszeit vor, ein Blick umfassenden und empathischen Blick auf die Menschen und den Wandel ihres Alltags.  

Harald Jähner ist Journalist und Kritiker und war bis 2015 Feuilletonchef der Berliner Zeitung. Zuvor arbeitete er als freier Mitarbeiter im Literaturressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, als Leiter der Kommunikationsabteilung im Haus der Kulturen der Welt und als Redakteur bei den Berliner Festspielen. Seit 2011 ist er Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin.

Hier erfahren Sie mehr über dieses Buch

Nominiert waren
Frank Biess: Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik
Harald Jähner: Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955
Marko Martin: Das Haus in Habana. Ein Rapport
Lothar Müller: Freuds Dinge. Der Diwan, die Apollokerzen & die Seele im technischen Zeitalter
Kia Vahland: Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiographie

Kategorie Übersetzung

Der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung geht in diesem Jahr an Eva Ruth Wemme. Sie übersetzte aus dem Rumänischen: "Verlorener Morgen" von Gabriela Adameşteanu

Übersetzerin Eva Ruth Wemme spricht am 21. März 2019 bei der Verleihung des Buchpreises der Leipziger Buchmesse. Sie gewann den Preis in der Kategorie Übersetzung.  (Sebastian Willnow/dpa/picture alliance)Übersetzerin Eva Ruth Wemme (Sebastian Willnow/dpa/picture alliance)

In Rumänien ist der Roman "Verlorener Morgen" schon vor 35 Jahren erschienen. Es ist das Hauptwerk von Gabriela Adameşteanu, die darin ein episches Panorama der Rumänischen Geschichte des 20. Jahrhunderts entfaltet, über den ersten Weltkrieg, den Terror der 50er Jahre und die Ceausescu-Zeit. Ein einziger Tagim Leben der Protagonistin Vica Anfang der 1980er-Jahre bildet die Klammer, die alles zusammenhält. Nun sind die ausschweifenden Dialoge und der lästerliche Ton der Protagonistin auch auf Deutsch zu lesen.

Eva Ruth Wemme arbeitet als Übersetzerin aus dem Rumänischen, Autorin, Regisseurin und Migrationsberaterin in Berlin. Für Ihre Übersetzungen von Werken wie Mircea Cartarescus, Nicoleta Esinencus, Nora Iugas und Ion Luca Caragiales erhielt sie mehrere Stipendien. Ihre eigenen literarischen Arbeiten erscheinen im Verbrecher Verlag, zuletzt Amalinca (2018).

Nominiert waren
Georg Aescht - er übersetzte aus dem Rumänischen: "Der Wald der Gehenkten" von Liviu Rebreanu
Susanne Lange - sie übersetzte aus dem Spanischen: "Gringo Champ" von Aura Xilonen
Timea Tankó - sie übersetzte aus dem Ungarischen "Löwenchor" von György Dragomán
Karin Uttendörfer - sie übersetzte aus dem Französischen: "Tierreich" von Jean-Baptiste Del Amo
Eva Ruth Wemme - sie übersetzte aus dem Rumänischen: "Verlorener Morgen" von Gabriela Adameşteanu

Illustration des Messegeländes in Leipzig mit fliegenden Büchern, die auf das Messegebäude zufliegen. Darauf steht der Text: Leipziger Buchmesse. Die besten Bücher des Frühlings. © Foto: Bianca Schaalburg

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