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Breitband | Beitrag vom 28.02.2015

Predictive Policing

Neue präventive Maßnahmen der Polizei und ihre Tücken

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Das "Smart" oder "Predictive Policing" war großes Thema auf dem Europäischen Polizeikongress 2015.

Was das ist, erklärte Dieter Schürmann, Landeskriminaldirektor von Nordrhein-Westfalen, unserer Reporterin Lydia Heller:

»Predictive Policing ist eine Methode mehr, um sich den unglaublichen Mengen und den Komplexitäten kriminalitätsrelevanter Daten besser zu widmen, sie besser zu durchdringen. Wir wollen in Zukunft dahin kommen, den öffentlichen Raum in seiner kriminogenen Dynamik noch besser zu durchdringen und zu analysieren.«

Der öffentliche Raum ist in dieser Logik offenbar in erster Linie ein Ort, in dem Straftaten vorbereitet werden - für seine Analyse testet das Landeskriminalamt Bayern in München und Nürnberg seit Ende 2014 die Software »Precobs«.

Das Problem: Fließen Erfahrungswerte von Polizisten in die Vorhersagesysteme ein, dann zementieren diese zugleich Vorurteile und Stereotype. Gilt eine Gegend als Gefahrengebiet, werden dort eher Menschen als mögliche Straftäter verdächtigt, die von den in dieser Gegend üblichen Verhaltensmustern abweichen - vielleicht auch nur in Bezug auf ihre Kleidung.

In den USA und Großbritannien wird bereits an Software geforscht, die nicht nur Vorhersagen über Tatorte und Delikte - sondern auch über Personen treffen kann.

Polizisten handeln so zunehmend aufgrund von Empfehlungen, die ihnen ein Algorithmus vorgegeben - im schlimmsten Fall aufgrund von Software gewordenen Fehlentscheidungen Vorurteilen früherer Kollegen.

Bild: Polizei Blaulicht von blu-news.org auf Flickr unter CC-by-SA

Breitband

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