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Breitband | Beitrag vom 10.01.2009

PortraitEin Tausendsassa ist langweilig im Vergleich

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Diese Woche im Portrait: Peter Weibel. Beruf: Vorstand des Zentrums für Kunst und Medientechnologie, kurz ZKM, in Karlsruhe.
Sein Steckbrief beginnt allerdings 1944: geboren in Odessa. Studium der Literatur, Filmwissenschaft, Mathematik, Medizin und Philosophie in Wien und Paris und hier lässt sich bereits erkennen, was für Weibels Leben gilt. Der Vergleich mit einem Tausendsassa ist pure Untertreibung.
Weibels Werk passt in viele Kategorien. Von Konzeptkunst über Performance, zum Experimentalfilm und zur Videokunst, Computerkunst und allgemein der sogenannten "Medienkunst".
Er entwickelte eine künstlerische Sprache, die ihn ab 1965 von der experimentellen Literatur zur Performance führte. 1968 war er einer der Teilnehmer an der Aktion "Kunst und Revolution" am 7. Juni an der Universität Wien, einem der Höhepunkte der Studentenbewegung 1968 in Österreich. Peter Weibel verfolgte seine künstlerischen Problemstellungen in unterschiedlichsten Materialien, Formen und Techniken: in Texten, Skulpturen, Installationen, Filmen und Videos. 1978 trat er erstmals auch als Musiker in Erscheinung. Er gründete zusammen mit Loys Egg die Band "Hotel Morphila Orchester". Mitte der 1980er Jahre erforschte er die Möglichkeiten der computergestützten Bearbeitung von Video. Anfang der 1990er Jahre realisierte er erste interaktive computerbasierte Installationen, mit denen er wiederum das Verhältnis von Medien und Wirklichkeitskonstruktion thematisierte.
Neben zahlreichen Lehraufträgen in der ganzen Welt war Weibel künstlerischer Berater und später auch der künstlerische Leiter der Ars Electronica,. Er kuratierte den österreichischen Pavillon auf der Biennale von Venedig. Im gleichen Zeitraum, ab 1993 bis heute arbeitet er als Chefkurator an der "Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum" in Graz.
Wolfgang Neuhaus portraitiert den Künstler, Kurator und Kunst- und Medientheoretiker.

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