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Studio 9 | Beitrag vom 11.07.2016

Polizistenmord in DallasObama fordert schärferes Waffenrecht

Von Thilo Kößler

Das Auto steht auf einer Straße. Am Kotflügel ist ein Pappschild befestigt, auf dem steht: "I´ve got your six". (DPA / EPA / ERIK S. LESSER)
Ein Polizeiauto ist mit Blumen bedeckt nach den Morden an fünf Polizisten am 8.7.2016 in der US-Stadt Dallas. (DPA / EPA / ERIK S. LESSER)

Nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas debattieren Afroamerikaner und Polizisten, wer das größere Opfer der Gewaltspirale in den USA sei. Präsident Barack Obama aber sieht sein Land nicht so gespalten wie viele behaupteten.

Das war eine schwere Woche für die USA – so begründete Präsident Obama im fernen Madrid seinen Entschluss, den Spanien-Besuch vorzeitig zu beenden und bereits am Sonntagabend abzureisen.

Wie schwer diese Woche war und wie ihre blutigen Ereignisse nachwirken, das ist unter anderem auch an den zahllosen Demonstrationen in vielen Städten der USA abzulesen: In Louisiana und Minnesota, wo zwei Afroamerikaner kurz hintereinander von Polizisten erschossen wurden, kam es zu gewalttätigen Auseinandereinsetzungen - mit zwei Dutzend Verletzten und 100 Festnahmen. Dabei wurden Polizisten mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen.

"Blue Lives Matter" vs. "Black Lives Matter"

In dieser äußerst angespannten Atmosphäre ist eine Debatte darüber entbrannt, wer in dieser Spirale der Gewalt die größeren Opfer bringen muss: die Afroamerikaner, die sich im Zeichen eines kollektiv verdrängten Rassismus verfolgt und diskriminiert sehen, oder die Polizeibeamten, die unter großem gesellschaftlichen Druck stehen und das Gefühl haben, dass ihre gefährliche Arbeit nicht gewürdigt wird.

"Blue Lives Matter" setzen sie der Bürgerrechtsbewegung "Black Lives Matter" entgegen. Der Chef des nationalen Verbandes der Polizeiorganisationen spricht von einem "Krieg gegen Cops" und wirft Präsident Obama vor, für eine Kampfstimmung gegen Polizeibeamte gesorgt und damit den Boden für Dallas bereitet zu haben.

Obama sieht das Land nicht so gespalten

Vor dem Hintergrund dieser aufgeheizten Debatte ist Präsident Obama darum bemüht, Brücken zu bauen und Gemeinsamkeiten zu betonen. Noch in Madrid sagte er, das ganze Land sei bei Weitem nicht so gespalten, wie das viele behaupteten.

Das Land sei sich einig in der Ablehnung jeglicher Gewalt, sagte Obama. Eindringlich appellierte er an seine Landsleute, die Nöte beider Seiten zu sehen und sich gegenseitig besser zuzuhören. Im Übrigen sieht Obama nun auch in den Schüssen von Dallas einen weiteren Beleg für seine Forderung, endlich das laxe Waffenrecht zu verschärfen.

"Wenn man für die Sicherheit der Polizisten sorgen will, kann man dieses Thema nicht beiseiteschieben und behaupten, das habe nichts damit zu tun."

Am kommenden Dienstag wird der amerikanische Präsident ein zweites Mal binnen eines Monats an den Särgen von Gewaltopfern stehen: Nach dem Attentat von Orlando, das Besuchern eines Schwulenclubs galt, nun in Dallas, wo er an der Trauerfeier für die fünf getöteten Polizisten teilnehmen wird.

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