Seit 05:05 Uhr Studio 9
Donnerstag, 15.04.2021
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 06.03.2019

Politischer Aschermittwoch reloadedWas die Parteien einfach mal sein lassen sollten

Brigitte Fehrle im Gespräch mit Korbinian Frenzel

Beitrag hören Podcast abonnieren
Katarina Barley, Europawahl-Spitzenkandidatin der SPD spricht beim Politischen Aschermittwoch in Vilshofen  (dpa / Daniel Karmann)
Grundrente ja, Populismus nein: Katarina Barley, Europawahl-Spitzenkandidatin der SPD, spricht beim Politischen Aschermittwoch in Vilshofen. (dpa / Daniel Karmann)

Aschermittwoch läutet traditionell eine Zeit des Verzichts ein. Was zu der Frage führt, worauf die politischen Parteien eigentlich mal verzichten sollten. Die Journalistin Brigitte Fehrle hat ein paar Antworten.

Mit dem Aschermittwoch beginnt traditionell eine vierzigtägige Fastenzeit. So lange verbrachte Jesus fastend und betend in der Wüste - daran soll der Brauch erinnern.

Einmal Verzicht zu üben - das steht nicht nur dem Normalbürger, sondern auch den Politikern gut zu Gesicht. Wir haben deswegen Brigitte Fehrle, ehemals Chefredakteurin der Berliner Zeitung, gefragt, was Union, SPD und Grüne einfach mal sein lassen sollten.

Hier ihre Empfehlungen:

Die SPD sollte auf populistische Programme verzichten, sagte Fehrle im Deutschlandfunk Kultur. So sei die Grundrente im Prinzip richtig. Warum aber eine Bedürftigkeitsprüfung bei den Sozialdemokraten auf so viel Widerstand stoße, lasse sich kaum nachvollziehen. Die SPD erliege hier der Versuchung, mit Populismus ihre Umfragewerte beeinflussen zu wollen.

Brigitte Fehrle, Chefredakteurin Berliner Zeitung (Christine Blohmann)Brigitte Fehrle: Runter vom hohen Roß! (Christine Blohmann)

Die Union, sagte Fehrle, könne wiederum auf den Verzicht verzichten. So könnte die Partei nicht nur formal und höflich korrekt, sondern auch einmal in einer zugewandten Weise auf Macron antworten. Verzicht auf Zurückhaltung wäre für die Union notwendig, richtig und sinnvoll.

Den Grünen riet die Journalistin, "Überheblichkeit und Arroganz" sein zu lassen: "Den Bürgern gegenübertreten mit der Aussage 'Wir können alles besser' ist vielleicht zulässig im Wahlkampf, aber im Moment unangemessen."

Die Grünen hätten zuletzt nirgendwo im Feuer gestanden, sagte Fehrle, die Partei mache es sich zu leicht. Wenn man derzeit Regierungsverantwortung trage und die ganzen internationalen Krisen zu bewältigen habe, brauche man ein wenig "Mäßigung und Zurückhaltung", so Fehrle. Die Grünen würden sehr schnell "runterkommen von ihrem hohen Roß, wenn sie in dieser Situation wären".

(ahe)

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur