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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.09.2018

Peter Wohlleben zu Hambacher Forst"Jetzt gegen die Braunkohle aufstehen"

Peter Wohlleben im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Demonstranten treffen auf Polizisten am Hambacher Forst. (picture alliance/dpa/Foto: Jannis Grosse)
Proteste am Hambacher Forst: Peter Wohlleben wird demnächst selbst demonstrieren. (picture alliance/dpa/Foto: Jannis Grosse)

Genug ist genug: Die Waldbesetzer im Hambacher Forst haben Recht, meint der Bestseller-Autor Peter Wohlleben. Er ruft zu weiteren Aktionen auf und meint, die Politik verhalte sich derzeit undemokratisch.

Der Autor des Bestsellers "Das geheime Leben der Bäume", Peter Wohlleben, hat dazu aufgerufen, im Hambacher Forst Flagge zu zeigen. Er werde demnächst selbst in das von der Rodung bedrohte Waldgebiet fahren und gegen das Fällen der Bäume demonstrieren, sagte er im Deutschlandfunk Kultur.

"Es ist wirklich ein sehr, sehr wertvoller alter Wald. Wenn man etwas für die Wälder tun möchte, dann muss man jetzt gegen Braunkohle aufstehen."

"Ein sehr, sehr wertvoller Wald"

Er habe volles Verständnis für den Widerstand der Baumbesetzer, die dagegen protestieren, dass der RWE-Konzern in dem Gebiet Braunkohle abbauen will. Die Baumhäuser abzubauen mit der Begründung des Brandschutzes sei "völliger Quatsch". Laubwälder würden nicht brennen, so Wohlleben.

"Das, was dort derzeit läuft, empfinde ich als undemokratisch, weil es unehrlich ist", sagte der Autor mit Blick auf die Entscheidung der Behörde, die Demonstrierenden zu entfernen.

Frankfurter Buchmesse 2017: Peter Wohlleben spricht über sein neues Buch "Das geheime Netzwerk der Natur" (Ludwig Verlag) (Deutschlandradio / David Kohlruss)Peter Wohlleben hat volles Verständnis für den Widerstand der Baumbesetzer. (Deutschlandradio / David Kohlruss)

Politik kann Verträge neu fassen

Dass der Streit um den Hambacher Forst derzeit eskaliere, erklärt der Autor mit einem Umdenken in der Gesellschaft. Ähnlich wie bei dem Protest gegen die Atomkraft habe sich auch dieser langsam gesteigert.

Wie nach Fukushima könne sich auch hier die Politik über bestehende Verträge hinwegsetzen und neu fassen. "Wenn man heute sagt, der Klimawandel bedroht unsere Gesellschaft, viele Dinge bis hin zur Flüchtlingskrise werden ja dadurch ausgelöst, dann kann man auch solche Sachen revidieren, und dazu ist meines Erachtens jetzt genau der richtige Zeitpunkt gekommen."

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