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Lesart | Beitrag vom 18.01.2021

Peter-Huchel-Preis 2021 für Marcel BeyerGedichte voller Abgründe und Humor

Wiebke Porombka im Gespräch mit Andrea Gerk

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Der Schriftsteller Marcel Beyer posiert am 9. April 2016 vor Beginn auf der Terasse des Hauses der Kulturen (HKW) in Berlin. (picture alliance / dpa / Roland Popp)
Der Schriftsteller Marcel Beyer ist schon vielfach ausgezeichnet worden. Nun bekommt er auch noch den bedeutenden Peter-Huchel-Preis für seine Hauptdisziplin, die Lyrik. (picture alliance / dpa / Roland Popp)

Marcel Beyer wird in diesem Jahr mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet. Der Dresdner Lyriker rufe die Geister der deutschen Geschichte wach, reiche aber auch einen Rettungsanker, sagt die Kritikerin und Jurorin Wiebke Porombka.

Der Dresdner Schriftsteller Marcel Beyer wird in diesem Jahr mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet. Es stehe völlig außer Frage, dass Beyer ein herausragender und bedeutender Schriftsteller sei, sagt unsere Kritikerin Wiebke Porombka, die in diesem Jahr auch Mitglied der Jury war. Schließlich sei er bereits vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Kleist-Preis (2014) und dem Büchner-Preis (2016). Umso schöner sei es, dass Beyer in diesem Jahr nun auch den Preis für Lyrik erhalte, sagt Porombka zu der Ehrung für den Band "Dämonenräumdienst".

Abgründe und Humor

Auffällig und herausstechend an Beyers Werk sei, dass die Gedichte lustig seien, so Porombka. Der Humor von Beyer sei aber nicht nur vordergründig lustig: "Da schwingt im Hintergrund immer etwas Dunkles, Finsteres und Abgründiges mit." 

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"Beyer ruft Gestalten, Gespenster, Geister der deutschen Geschichte auf, führt die vor und erinnert uns damit auch an die Abgründe dieser Geschichte. Der Humor wiederum ist ein bisschen der Rettungsanker, mit dem man sich selbst da rausziehen kann – aus diesem Finsteren, aus dieser Brutalität, immerhin für einen gewissen Moment."

Schaue man in die Literaturgeschichte, erinnere Beyers Werk an ein Prinzip der Frühromantik, sagt Porombka: Witz und Erkenntnis entstehe demnach, wenn das nicht Zusammenpassende kurz zusammenpralle.

Der mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis wird alljährlich vom Südwestrundfunk und dem Land Baden-Württemberg für eine herausragende Neuerscheinung in der deutschsprachigen Lyrik vergeben. Beyers Gedichte seien "Abenteuerexpeditionen in vertrautes Gelände, das plötzlich fremd und unheimlich erscheint", heißt es in der Begründung der Jury.

Marcel Beyer: "Dämonenräumdienst"
Suhrkamp, Berlin 2020
173 Seiten, 23 Euro

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