Periodenarmut

Tampons und Binden für alle

05:43 Minuten
Ein Tampon liegt auf einer Unterlage.
Für viele Mädchen auch in Europa zu teuer: Tampons. © PantherMedia / Ivanna Grigorova
Nanna-Josephine Roloff im Gespräch mit Nicole Dittmer · 15.08.2022
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In Schottland müssen Bildungs- und städtische Einrichtungen künftig kostenlose Periodenprodukte zur Verfügung stellen. Das sieht ein Gesetz gegen Periodenarmut vor. Aktivistin Nanna-Josephine Roloff findet, Deutschland solle sich ein Beispiel nehmen.
Die schottische Regelung sei „großartig“ und ein „wahnsinnig wertvoller Schritt nicht nur für Schottland, sondern für alle anderen Länder“, findet Nanna-Josephine Roloff von „Tamponation“. Die Initiative hatte sich gemeinsam mit anderen dafür eingesetzt, dass die Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte von 19 auf 7 Prozent gesenkt wird. Seit 1. Januar 2021 gilt in Deutschland der ermäßigte Steuersatz.

Eine Frage der Gleichberechtigung

Laut Roloff ist das Thema von hoher gesellschaftlich Relevanz: Viele menstruierende Frauen und Mädchen würden dem Unterricht und generell der Gesellschaft fernbleiben, weil sie sich keine Tampons leisten könnten und sich zum Beispiel mit Toilettenpapier behelfen würden, so die Aktivistin. Es sei eine Frage der Gleichberechtigung, den Umstand der Periode durch öffentlich zugängliche Menstruationsprodukte auszugleichen.
Das Problem ist laut der Aktivistin auch in Europa groß. So sei in Großbritannien jedes zehnte Mädchen von der „Periodenarmut“ betroffen. Die Mädchen können sich keine geeigneten Menstruationsprodukte leisten. „Das sind ja keine Zahlen, die zu vernachlässigen sind“, sagt die Aktivistin. Laut einer Umfrage würde jedes vierte Mädchen in Deutschland angeben, die Periodenprodukte seien eine „hohe finanzielle Belastung.“

Finanzielle und mentale Entlastung

Roloff wünscht sich, dass auch hierzulande Schulen und Universitäten mit Tampons und Binden ausgestattet werden. Das wäre eine „wahnsinnige Entlastung auf einer mentalen Ebene und für das Portemonnaie.“ Die Aktivistin glaubt, es würde zudem zu einer Enttabuisierung der Periode beitragen – und könne „Awareness“ dem Thema Frauengesundheit gegenüber schaffen.
(tmk)

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