Dienstag, 23.07.2019
 

Lesart / Archiv | Beitrag vom 21.08.2015

"Peng - Du bist tot" Klänge und Rezitation im Zusammenspiel

Nora Gomringer und Philipp Scholz im Gespräch mit Joachim Scholl

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Die Autorin Nora Gomringer (dpa / picture alliance / Johannes Puch)
Die Autorin Nora Gomringer gewann im Juli mit einem Prosatext den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt (dpa / picture alliance / Johannes Puch)

"Peng – Du bist tot" nennen die Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer und der Schlagzeuger Philipp Scholz die Produkte ihrer Zusammenarbeit und geben in der Sendung "Lesart" eine fränkische Kostprobe zum Besten.

Es ist eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Lyrikerin Nora Gomringer und dem Jazzmusiker Philipp Scholz. Sie stellen ihre Texte mit seinen Klängen zusammen. Auf diese Weise ergibt sich ein Zusammenspiel, dass der Sprache nichts nimmt und der Musik eine weitere Farbe schenkt.

Trommel und Rezitation

"Mir sind schon einige Ideen gekommen, während ich Noras Texte gelesen habe", sagte Scholz im Deutschlandradio Kultur. Manchmal müsse auch keine Trommel dazu, wenn Nora Gromringer ihre Lyrik spreche. Oft lasse er sich auch von Gedichten aus ihren Gedichtbänden inspirieren und biete ihr bei gemeinsamen Proben ein musikalisches Stück dazu an.

"Die Trommel ist ein sehr präsentes und auch zur Untermalung ein sehr kompliziertes, heikles Instrument", sagte Gomringer. "Es kann gut begleiten, es kann gut verstärken, aber die Trommel an sich spricht auch und zwar für sich allein gelassen." Manchmal bekomme sie Tracks von Scholz zugeschickt, die so präsent und selbsterzählend seien, dass sie da mit der Sprache nicht mehr draufplappern müsse. "Das lasse ich dann komplett." Die beiden hätten sich da gut aufeinander abgestimmt und Scholz biete da auch andere Instrumentierungen an.

Distanz zur Poetry-Slam-Szene

Die "Godmother of Slam", wie Gomringer gerne genannt wird, hat die Poetry Slam-Szene über viele Jahre geprägt. Inzwischen halte sie etwas Distanz und beobachte mit Freude, wie sich die Szene verjüngt habe. Die Lyrikerin sagte, sie überlege nun, etwas zu erzählen und es gebe bereits einen Romanentwurf. "Man braucht vor allem für den Roman Zeit", sagte Gomringer.  "Man braucht auch eine ganz große Zuverlässigkeit in den Abläufen, muss sich dem intensiv widmen und im Moment ist meine Hauptaufgabe das Internationale Künstlerhaus."

Seit 2010 leitet Gomringer die "Villa Concordia" als staatliches Künstlerhaus in Bamberg und hat zahlreiche Gedichtbände veröffentlicht. Die 35-Jährige hatte im Juli mit ihrem Prosatext "Recherche" den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewonnen.

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