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Kulturnachrichten

Freitag, 21. November 2014

Oskar Schlemmer - "Visionen einer neuen Welt"

Die Staatsgalerie Stuttgart würdigt den Bauhaus-Star

Kuratorin Ina Conzen hat 270 Gemälde, Skulpturen, grafische Arbeiten und Originalkostüme sowie teils unveröffentlichte Dokumente zusammengestellt. Witwe Tut Schlemmer hatte das Archiv ihres Mannes 1967 der Staatsgalerie geschenkt. Direktorin Christiane Lange sprach am Donnerstag von einer "weitsichtigen und großzügigen" Schenkung. Das Werk von Oskar Schlemmer (1888-1943) war in den vergangenen Jahrzehnten vor allem durch einen bisweilen bizarren Rechtsstreit unter seinen Erben in den Schlagzeilen. Auch Schlemmers wohl berühmtestes Gemälde, "Die Bauhaustreppe" aus dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York, stand mal im Mittelpunkt dieses Erbenstreits. Ein Erbe wollte es bei einer Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie in Berlin konfiszieren lassen - doch da war es schon auf dem Rückweg. Das Auslaufen der Urheberrechte 70 Jahre nach Schlemmers Tod machte die Stuttgarter Retrospektive jetzt leichter möglich. Sein Werk sei deutlich zu kurz gekommen, betonte Conzen. Schließlich sei der Stuttgarter ein bedeutender Pionier der Klassischen Moderne. In Fachkreisen gelte er als vielseitiger Erneuerer der Kunst. Für Lange gehört er in die «oberste Liga». Und im langen Streit um sein Werk fand sie auch was Positives: "Er ist nicht so abgelutscht wie seine Kollegen."
Seine "Visionen einer neuen Welt" in Malerei, Skulptur und Bühnenkunst sind bis zum 6. April 2015 in Schlemmers Heimatstadt zu sehen.

Deutsche Kurzfilmpreise in Höhe von 260 000 Euro vergeben

Der Preis gilt als bedeutendste Auszeichnung für Kurzfilme in Deutschland

Die Erfolge deutscher Kurzfilme bei Festivals sprechen nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters für die gute Ausbildung in Deutschland. Kurzfilme seien in der Lage, "aus dem Staub des Alltags die Goldkörner" herauszusieben, erklärte Grütters anlässlich der Verleihung der Deutschen Kurzfilmpreise in Hamburg.
"Kurzfilme gelten deshalb bei vielen - nicht zu Unrecht - als höchste filmische Kunstform und als die wahre Filmavantgarde." Zu den Gewinnern gehört der Spielfilm "So schön wie du" von Regisseurin Franziska Pflaum. Als bester Dokumenatarfilm wurde "Nach Auschwitz" ausgezeichnet, Regie Jan Sobotka. Weitere Preise gingen an Sandra Schießl für den besten Animationsfilm "Die Nacht des Elefanten" und an Susann Maria Hempel für den besten Experimentalfilm "Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen".

Lentos-Museum gibt Raubkunst zurück

Bilder von Nolde und Corinth

Das Museum Lentos in Linz gibt drei als Raubkunst erkannte Bilder an die Erben der rechtmäßigen Besitzer zurück. Das hat der Gemeinderat nach Angaben des Museums von heute beschlossen. Es handelt sich um das Bild "Maiwiese" von Emil Nolde (1915) und zwei Gemälde von Lovis Corinth - "Othello" von 1884 und "Schwabing" von 1891. Das Nolde-Bild gehörte einst einem jüdischen Arzt aus Hamburg, der vor den Nazis in die Schweiz geflüchtet war. Über Umwege gelangte das Bild an einen Salzburger Galeristen, von dem die Stadt Linz das Bild 1953 erworben hatte. Die beiden Kunstwerke von Corinth stammen aus dem Besitz einer jüdischen Familie in Berlin. Sie gelangten später in die Hände des Kunstsammlers Wolfgang Gurlitt, der 1965 starb. Seine Sammlung bildete den Grundbestand des Lentos-Museums.

Uwe Eric Laufenberg wird 2016 Parsifal in Bayreuth inszenieren

Laufenberg ersetzt den Skandalkünstler Jonathan Meese

Der Intendant des Hessischen Staatstheaters, Uwe Eric Laufenberg, wird 2016 in Bayreuth die Wagner-Oper "Parsifal" neu inszenieren. Ursprünglich sollte der Skandalkünstler Jonathan Meese die Oper auf die Bühne bringen. Die Festspielleitung trennte sich jedoch vor einer Woche von ihm - angeblich, weil sein Konzept nicht finanzierbar gewesen sein soll. Das sehe nun bei Laufenbergs Ideen anders aus: "Sein Konzept bietet eine ebenso anspruchsvolle wie theatral fesselnde Interpretation des Werks, die auch organisatorisch-technisch und finanziell realisierbar ist", sagte Katharina Wagner laut Mitteilung heute in Bayreuth. Der 53 Jahre alte Laufenberg ist seit dieser Saison künstlerischer Leiter des Staatstheaters in Wiesbaden. Er ist seit mehr als 20 Jahren als Schauspieler, Regisseur und Intendant an verschiedenen deutschsprachigen Theatern engagiert gewesen.

Latin Grammy Rekord für das Duo Calle 13

Popstar Enrique Iglesias hat für seinen Hit "Bailando" seine ersten Latin Grammys seit elf Jahren gewonnen

Der ganz große Abräumer bei der Preisgala am Donnerstagabend war aber das Duo Calle 13, das mit 21 Grammys einen Rekord aufstellte. "Wir sind glücklich", sagte Calle-13-Sänger Rene Perez. "Wir haben 21 (Latin)Grammys und es ist ein Traum". Angesichts des Grammy-Segens für das Album "Multiviral" des Duos blieben nur noch wenige andere wichtige Kategorien für andere Künstler übrig. Iglesias gewann in einer Königskategorie, Song of the Year, "Bailando" bekam zudem die Grammys für Best Urban Song und Performance. Juanes' Album "Loco De Amor" wurde zum besten Pop/Rock-Album gekürt, der verstorbene mexikanische Gitarrist Paco de Luci siegte mit seinem letzten Album "Canción Andaluza" in der Topkategorie Album des Jahres. Zudem gewann er die Kategorie Flamenco. Weitere Preisträger waren Jorge Drexler in der Topkategorie Record of the Year für sein Album "Universos Paralelos" mit Ana Tijoux sowie Marc Anthony und Carlos Vives. In der dreistündigen Show traten Calle 13 auf, es gab ungewöhnliche Kollaborationen wie einen gemeinsamen Auftritt von Rocklegende Carlos Santana mit Rapper Pitbull; der Rockband Camila mit Ricky Martin; Chris Brown mit Pitbull und Wisin. Eine aufgezeichnete Darbietung von "Bailando" beendete die Gala. Iglesias nahm die Preise per Live-Schaltung nach Paris an, wo er gerade mit seiner Tournee Station macht.

Auktionsrekord für Werk einer Künstlerin

Bild von US-Malerin Georgia O'Keeffe für 44 Millionen Dollar versteigert

Noch nie habe das Werk einer weiblichen Künstlerin bei einer Versteigerung einen derart hohen Erlös erzielt, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Der bisherige Höchstpreis von knapp zwölf Millionen Dollar wurde im Mai bei einer Auktion in New York für das Bild "Untitled" der US-Künstlerin Joan Mitchell gezahlt. Die 1986 gestorbene O'Keeffe, die zu den bekanntesten US-amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts zählt, war vor allem für ihre Blumenbilder bekannt. Das am Donnerstag versteigerte Ölgemälde "Jimson Weed/White Flower No. 1" stammt aus der Sammlung des Georgia-O'Keeffe-Museums in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico. Der Schätzpreis lag bei 15 Millionen Dollar, doch nach Angaben des Auktionshauses trieben zwei Interessenten den Preis in einem langen Bieterkampf in die Höhe.

Kranichsteiner Literaturpreis geht an David Wagner

Der Preis wird am 28. November in Darmstadt verliehen

Der Kranichsteiner Literaturpreis geht in diesem Jahr an den Schriftsteller David Wagner. Der 43-Jährige erhalte die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Sprachvirtuosität und seinen "unverwechselbaren, unangestrengten Ton, der den Leser zu bannen versteht", teilte der Deutsche Literaturfonds heute in Darmstadt mit. Der in Andernach am Rhein geborene David Wagner debütierte im Jahr 2000 mit dem Roman "Meine nachtblaue Hose". Neben Sammlungen von Feuilletons wie "In Berlin" (2001) und "Mauer Park" (2013) erschienen unter anderem die Romane "Vier Äpfel" und "Spricht das Kind" (beide 2009) sowie das Buch "Leben" (2013), für das ihm der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen wurde. David Wagner lebt in Berlin. Der Deutsche Literaturfonds wurde 1980 von sieben literarischen Verbänden gegründet. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu fördern. Der nach dem Darmstädter Stadtteil Kranichstein benannte Literaturpreis wird seit 1983 jährlich verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen Wolfgang Hilbig, Herta Müller, Lutz Seiler, Wilhelm Genazino und Reinhard Jirgl. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die Marica Bodrozic.

Oberammergau macht 2015 zum ersten Mal große Oper

Das Volkstheater München ist auch 2015 wieder dabei

Mit Verdis "Nabucco" wird es im nächsten Jahr zum ersten Mal eine Oper auf der Bühne in Oberammergau geben. Heute hat Regisseur Christian Stückl auf einer Pressekonferenz das Theaterprogramm 2015 vorgestellt. Der berühmte Gefangenenchor der Oper soll 150 Mann stark werden und weitgehend, wie vom Passionstheater gewohnt, aus Oberammergau und Umgebung rekrutiert werden. Nur die Hauptfiguren und das Orchester kämen von außen, so Stückl. Weiter wird es noch Shakespeares Romeo und Julia in einem Zelt geben. Und nach dem großen Erfolg der vergangenen Jahre wird das Volkstheater München auch wieder seinen Brandner Kasper aufführen.

Limbach-Vorschlag zu "entarteter" Kunst: Museumschefs skeptisch

Das Frankfurter Städel-Museum möchte kein Kommentar zum Vorschlag abgeben

Das Ansinnen ist radikal und nach Ansicht vieler Museumsdirektoren schwer umzusetzen: Werke, die die Nazis als "entartete Kunst" aus Museen entfernten und die später in andere Häuser gelangten, zurückzuführen. Einer, der profitieren würde, schweigt. Sollte die Idee von Jutta Limbach zur Rückgabe von Kunstwerken umgesetzt werden, wäre das Frankfurter Städel-Museum einer der Hauptprofiteure. Die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts hatte vorgeschlagen, von den Nazis 1937 als "entartet" diffamierte und beschlagnahmte Kunstwerke an jene deutschen Museen zurückgeben lassen, denen sie vor knapp 80 Jahren genommen wurden. "Wir sind sicher eines der Museen, das viele Bilder verloren hat", sagte Städel-Sprecher Axel Braun. Man habe das gründlich recherchiert und sei auf "über 700 Werke" gekommen. In der heutigen Sammlung des Städel, die immerhin 120 000 Werke umfasst, fänden sich keine oder nur wenige Kunstwerke, die man abgeben müsste. Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Hartwig Fischer, warnte vor den Folgen einer Revision der Nazi-Aktion «Entartete Kunst» für Deutschlands Museen. "Auch wenn uns die Werke in der Sammlung bitter fehlen, wären die Folgen einer solchen Revision unabsehbar und würden weitreichende Konsequenzen für die nationale wie internationale Zusammenarbeit der Museen haben", sagte Fischer heute in Dresden. Er betonte, dass der über Jahrzehnte gepflegte professionelle Austausch und Leihverkehr nur auf der Grundlage eines gesicherten Rechtsfriedens möglich war und sei. "Denn man muss wissen, dass ein erheblicher Teil der seinerzeit beschlagnahmten Werke sich heute in den bedeutendsten Museen des Auslandes befindet." Auch die Kunsthalle Bielefeld hat Zweifel an der Umsetzbarkeit: "Moralisch wäre ein solcher Tausch wünschenswert, würde aber in der Praxis viele neue Fragen aufwerfen", sagte eine Sprecherin der Kunsthalle. Es stelle sich etwa die Frage, ob Häuser, deren beschlagnahmte Kunst dauerhaft verschollen ist, entsprechend entschädigt würden. So sei ein überwiegender Teil der 136 aus der Sammlung beschlagnahmten Arbeiten auch nach dem Krieg nicht wieder aufgetaucht. Auch bei der Staatsgalerie Stuttgart wird der Vorschlag skeptisch gesehen. "Das ist einfach zu sagen, aber schwer auszuführen", sagte die Kuratorin der großen Oskar-Schlemmer-Retrospektive, Ina Conzen. Die Sachlage sei bei den Werken ja doch sehr unterschiedlich. So müsse man Schlemmers Werk "Konzentrische Gruppe", das nach dem Krieg erworben wurde, an die Nationalgalerie Berlin zurückgeben. Das Ölgemälde "Rhythmus der Fenster" von Paul Klee wiederum hatte die Staatsgalerie 2007 zurückgekauft.

Käthe-Kollwitz-Museum Berlin mit neuer Dauerausstellung

"Nie wieder Krieg" - diese Botschaft ist tief im Werk von Käthe Kollwitz (1867-1945) verankert

Mit der neu überarbeiteten Dauerausstellung "Mehr als ein Leben", die ab heute zu sehen ist, will das der Künstlerin gewidmete Museum in Berlin-Charlottenburg jetzt einen frischen Blick auf ihr Werk ermöglichen. Verantwortlich für die Neupräsentation ist die Kunsthistorikerin Iris Berndt, die im Februar die Leitung des Käthe-Kollwitz-Museums übernahm. Die vier Etagen des Museums wurden neu gegliedert. Die Schau zeigt jetzt auf 600 Quadratmetern über drei Etagen in lockerer Hängung rund 80 Zeichnungen und Grafiken sowie 16 Skulpturen und Reliefs. Das Erdgeschoss bietet eine Einführung in Leben und Werdegang der Künstlerin, in den zwei Etagen darüber wird das künstlerische Werk in chronologischer Folge präsentiert.

11. Bundesweiter Vorlesetag - zahlreiche Promis in Aktion

80 000 Freiwillige wollen aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen

Die gemeinsame Initiative der Wochenzeitung "Die Zeit", der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung lockt dabei auch mit prominenten Namen: Musiker Peter Maffay, Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger oder TV-Journalistin Anne Will und Politiker wie Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) und die amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann (Grüne). Vorgelesen wird nicht nur in Kitas und Bibliotheken. Spannende Vorleseorte sind zum Beispiel auch Züge und Busse, Schwimmbäder und Kantinen.

Museum der Moderne - Bund sieht Berlin am Zug

Die Standortfrage muss noch geklärt werden

Nach der Bewilligung von 200 Millionen Euro für ein Museum der Moderne sieht der Bund nun Berlin am Zug. "Das Land ist aufgefordert, jetzt die Grundstücksfrage zügig zu klären", sagte Hagen Philipp Wolf, Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. "Für den Bund steht fest, dass mit der Entscheidung des Haushaltsausschusses die Standortfrage entschieden ist, und zwar für die Potsdamer Straße." Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte dagegen Anfang der Woche im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses erklärt, die Standortfrage sei noch offen. Kulturstaatssekretär Tim Renner sprach sich sogar offen für ein Festhalten an der bisher favorisierten "kleinen Lösung" an der Sigismundstraße hinter der Neuen Nationalgalerie aus.
"Die Angebote der Sammler sind zwingend mit dem Standort Potsdamer Straße verbunden", konterte dagegen der Sprecher von Grütters. Darüber habe bereits beim Haushaltsbeschluss des Bundestags Klarheit bestanden. Das Grundstück an der Potsdamer Straße ist größer und prominenter als das an der Sigismundstraße. Allerdings sind vorerst die Eigentumsverhältnisse schwierig, es gibt noch kein Baurecht. Zuständig wäre dafür die Berliner Verwaltung.

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