Seit 23:05 Uhr Fazit

Mittwoch, 16.10.2019
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Konzert / Archiv | Beitrag vom 22.04.2019

ORF Radio-Symphonieorchester WienShakespeare-Parade in Wien

Moderation: Ruth Jarre

Außenansicht des Gebäudes bei Nacht. (Wiener Konzerthaus / Rupert Steiner)
Das Wiener Konzerthaus wird sein 1913 bespielt. (Wiener Konzerthaus / Rupert Steiner)

Mal sind sie frech, mal tragisch verliebt oder von Rache besessen. Die Figuren, die William Shakespeare in seinen Werken erschaffen hat, sind bis heute lebendig. Sie haben vielen Komponisten inspiriert, einiges ist im Konzerthaus Wien zu hören.

Shakespeare hat mit seinen Figuren viele ihm nachfolgende Künstler inspiriert, ob Maler oder Musiker, ob Poeten, Bildhauer oder Programmgestalter. Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien hat Shakespeare in diesem Konzert als Leitmotiv in den Mittelpunkt gestellt. 

Portrait des englischen Lyrikers William Shakespeare. (picture-alliance/ dpa / Daniel Reinhardt)William Shakespeare hat viele Figuren erfunden und "zum Leben erweckt". (picture-alliance/ dpa / Daniel Reinhardt)

Ryan Wigglesworth überträgt in »Locke’s Theatre« die Ecken und Kanten von Matthew Lockes 350 Jahre alter Schauspielmusik zu Shakespeares "Der Sturm" in die Gegenwart. Der junge Komponist ist auch Dirigent und das erste Mal am Pult des Orchesters zu Gast.

Dazu tritt der Bariton Simon Keenlyside, der etliche Lieder von Jean Sibelius singen wird, unter anderem "Komm herbei, Tod", das Narrenlied aus "Was ihr wollt". Das in England unter dem Titel bekannte Stück "Twelfth Night" inspirierte Sibelius im Jahr 1909. 

Porträt des Sängers. (Simon Keenlyside / Uwe Arens)Simon Keenlyside hat zuerst Zoologie studiert, dann erst Gesang. (Simon Keenlyside / Uwe Arens)

Edward Elgar beschloss im Jahr 1913 seine Sinfonische Studie "Falstaff". Er porträtiert damit den feisten, lebenshungrigen Ritter in breiten schweren Strichen, einem Ölgemälde gleich.

Teeniewerk ergänzt

Das Shakespeare-Fieber ergriff auch die Familie Mendelssohn, die Werke in der ganzen Familie nachspielte, oft vor einem kleinen, geladenem Publikum. Und so komponierte der junge Felix Mendelssohn Bartholdy noch im Teenager-Alter eine Konzertouvertüre zu "Ein Sommernachtstraum". 17 Jahre später erhielt der Komponist die Anfrage des Preußischen Königs, eine komplette Schauspielmusik für das Bühnenwerk zu schaffen. Mendelssohn kam dem Wunsch nach und schrieb eine größere Schauspielmusik für eine Aufführung in Potsdam.

(cdr)

Aufzeichnung des Konzertes vom 11. April 2019 im Konzerthaus Wien

Ryan Wigglesworth
"Locke’s Theatre" für Orchester

Jean Sibelius
Lieder

Edward Elgar
"Falstaff", Sinfonische Studie c-Moll op. 68

Felix Mendelssohn Bartholdy
"Ein Mittsommernachtstraum", Schauspielmusik op. 61

Simon Keenlyside, Bariton
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Ryan Wigglesworth

Mehr zum Thema

"Roméo et Juliette" von Hector Berlioz - Dramatische Sinfonie – sinfonisches Drama?
(Deutschlandfunk Kultur, Interpretationen, 03.03.2019)

Sängerin Anna Prohaska - Oper, Shakespeare und gern auch Heavy Metal
(Deutschlandfunk Kultur, Im Gespräch, 07.05.2018)

Tracy Chevalier: "Der Neue" - Shakespeare light
(Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik, 07.06.2018)

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur