Studie zu Open-Air-Festivals

Hart feiern dank strenger Kontrolle

07:24 Minuten
Menschenmengen tummeln sich vor einer beleuchteten Konzertbühne in gelblichem Licht.
Dass Festivals wieder so aussehen, wünschen sich viele. Eine Studie aus Brandenburg hat sich mit dem Coronarisiko befasst. © Unsplash / Yvette de Wit
Felix Rebitschek im Gespräch mit Mathias Mauersberger · 31.01.2022
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Wie können Festivals trotz Coronapandemie stattfinden? Eine Studie hat das im vergangenen Sommer untersucht. Das Ergebnis: Dank strenger Teststrategie gab es keine erhöhten Infektionen. Das gelte auch für Omikron, sagt einer der Wissenschaftler.
Seit Beginn der Coronapandemie können Open-Air-Festivals nicht mehr wie gewohnt stattfinden, denn die Angst vor Ansteckungen ist groß. Das Potsdamer Harding-Zentrum für Risikokompetenz und die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane haben nun die Ergebnisse der Studie "Kultur trotz Corona" veröffentlicht.

Auf Gelände mit Hygienekonzept

Im Rahmen der Untersuchung wurden im Sommer 2021 zwei Open-Air-Festivals in Brandenburg wissenschaftlich begleitet und deren Gäste vor dem Einlass mehrfach getestet. Als „harte Tür“ bezeichnen die Wissenschaftler dieses System in ihrer Studie, angelehnt an die umgangssprachliche Bezeichnung einer strengen Einlasspolitik bei Diskotheken.
Auf dem Festivalgelände seien die Hygienekonzepte nach den gesetzlichen Vorgaben ausgerichtet gewesen, sagt Felix Rebitschek, wissenschaftlicher Leiter des Harding-Zentrums. Zudem habe man versucht, Risikosituationen ausfindig zu machen, bei denen Menschen sich begegnen, etwa im Sanitär- oder Verkaufsbereich.

Kein Risiko

Für die Studie wurde untersucht, wie viele Menschen von den Veranstaltern vor dem Einlass herausgefiltert wurden. Außerdem habe es eine statistisch-theoretische Untersuchung des Infektionsrisikos gegeben, also wie wahrscheinlich es trotz der rigiden Testkonzepte ist, dass Infizierte oder Infektiöse auf die Festivals gelangen.
Nach den Festivals seien Gäste zu ihren Testergebnissen und denen ihrer Bekannten befragt worden. „Wir haben keine Hinweise erkennen können, dass von den Veranstaltungen ein Risiko ausgegangen wäre, welches ohne sie nicht vorgelegen hätte“, so Rebitschek.

Testen und Warn-App

Das gelte auch für die inzwischen durch die Omikron-Variante veränderte Coronasituation, ist Rebitschek überzeugt. Vorausgesetzt sei, ein Festival mache beispielsweise eine Teststrecke von Bürgertest plus Antigen-Labortest vor Ort sowie PCR-Poolingnachtest für alle Gäste unabhängig ihres Immunisierungsstatus.
Wichtig sei, dass wirklich alle getestet würden und bei einem dreitätigen Festival mindestens zweimal. Die Corona-Warn-App müsse zudem obligatorisch sein und funktionieren. Die Studienergebnisse seien auch auf größere Festivals und auf Zeiten mit höherer Inzidenz übertragbar, so Rebitschek.
(abr)

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