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Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.01.2021

Online-Duden mit gendersensibler SpracheTschüss, generisches Maskulinum!

Kathrin Kunkel-Razum im Gespräch mit Gabi Wuttke

Duden-Redaktionsleiterin Kathrin Kunkel-Razum blättert in einem Duden. (picture alliance/dpa/Wolfgang Kumm)
Der gedruckte Duden hinkt der Online-Ausgabe hinterher, und wird es aus Platzgründen wohl noch weiterhin tun, sagt Redaktionsleiterin Kathrin Kunkel-Razum. (picture alliance/dpa/Wolfgang Kumm)

Im Online-Duden wird es künftig einen Eintrag für den Fleischer geben und einen eigenen für die Fleischerin. Damit verabschiedet sich das generisches Maskulinum. Zumindest online, denn gedruckt wird es aus Platzgründen noch länger verwendet werden.

Rund 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen finden sich im Online-Wörterbuch des Duden-Verlags. Also Wörter wie Mieter, Arzt oder Schüler. Zukünftig ist mit Arzt nur noch der Mann gemeint, die Ärztin kriegt einen eigenen Eintrag.

Ein Mieter ist nicht mehr "jemand, der etwas gemietet hat", sondern eine "männliche Person, die etwas gemietet hat". Einige Linguisten kritisieren die Änderung. Das sogenannte generische Maskulinum (also der Mieter) meine die weibliche Form immer mit.

Gendersensibilität als Massenphänomen

Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Duden Redaktion, wehrt sich gegen Kritik an der Umstellung. "Selbstverständlich gibt es solche Formen, dass man sagt, ich gehe zum Bäcker, ich gehe zum Fleischer, oder ich gehe zum Arzt."

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Damit sei aber die Einrichtung gemeint, also zum Beispiel die Arztpraxis: "Wenn wir über konkrete Personen sprechen, dann wird das generische Maskulinum zunehmend infrage gestellt." Inzwischen sei das ein Phänomen, das die breite Masse erfasst habe, sagt Kunkel-Razum.

Die Gleichstellung wurde gefordert

Die Redaktion habe seit einiger Zeit immer Zuschriften gekriegt, in der eine Gleichstellung der Geschlechter im Online-Duden gefordert wurde: "Wir haben sehr viel Kritik in den letzten Jahren dafür eingesteckt, dass wir bei den weiblichen Formen nur einen Verweis-Artikel dastehen haben", so Kunkel-Razum. 

Das sei den Nutzerinnen und Nutzern zu umständlich: "Die möchten sofort ein Ergebnis haben."   

Ob nach dem Online-Wörterbuch jetzt auch die Einträge im gedruckten Duden geändert werden, sei allerdings fraglich, sagt Kunkel-Razum. Immerhin brauche man für doppelt so viele Einträge auch doppelt so viele Seiten: "Hier stellt sich tatsächlich das Platzproblem."

(beb)

 

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