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Kompressor | Beitrag vom 04.12.2015

"Nie mehr Krieg" von Xavier Naidoo"Das ist unglaublich schwachsinnig"

Tobias Rapp im Gespräch mit Christine Watty

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Xavier Naidoo und die Band "Söhne Mannheims" treten am 10. Juli 2015 in Mannheim auf. (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)
Sorgt zurzeit für viel Wirbel auf und abseits der Bühne: Xavier Naidoo. (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

"Muslime tragen den neuen Judenstern", singt Xavier Naidoo im neuen Söhne Mannheims-Song. Innerhalb weniger Stunden haben ihn etwa 1500 Facebook-Nutzer kommentiert. Musikjournalist Tobias Rapp erklärt, wieso die Reaktionen so heftig sind.

Als die Mitglieder des Bundestages begannen, über den Syrien-Einsatz der Bundeswehr zu diskutieren, stritten die Nutzer von Facebook bereits über einen Song zu dem Thema. Es kommt vom Provokatuer und Popsänger Xavier Naidoo und heißt "Nie mehr Krieg".

Bereits am Donnerstagabend hatte der Publizist Jürgen Todenhöfer das Lied auf seiner Facebook-Seite gepostet. Bis zum Freitagmittag wurde der Beitrag mehr als zwei Millionen Mal angeklickt.

In dem Refrain des Anti-Kriegs-Songs singt Naidoo: "Nie mehr Krieg. Wenn wir das nicht sagen dürfen, dann läuft doch etwas schief." Außerdem singt er in der Strophe betont soft, dafür um so brisanter vom Wortlaut: "Muslime tragen den neuen Judenstern, alles Terroristen, wir haben sie nicht mehr gern."

Der Musikjournalist Tobias Rapp, mit dem wir über das Lied gesprochen haben, hält diese Zeilen für "unglaublich schwachsinnig". "Ich sehe keine Todeslager, in die Muslime geschickt werden. Ganz im Gegenteil: Deutschland hat gerade mehrere hunderttausend Menschen aufgenommen, die meisten davon muslimischen Glaubens." Naidoo bediene mit dem Lied eine ganze Reihe von Ressentiments, sagte Rapp, er wärme "klassisches Friedensbewegungsvokabular" auf und zeige sich in der Pose des Tabubrechers. Interessant sei jedoch die insgesamt pro-muslimische Haltung des Liedes - denn die sei so gar nicht kompatibel mit dem üblichen Gedankengut von Gruppen wie Pegida.

50.000 Mal in wenigen Stunden geteilt

Die Reaktionen auf Todenhöfers Facebook-Posting sind heftig. Innerhalb von drei Stunden gab es fast 1500 Kommentare, fast 50.000 Mal wurde es geteilt. Auf den Seiten von Naidoo und den Söhnen Mannheims sieht es ähnlich aus.

Der Ärger um Naidoo ist nicht neu, erst vor wenigen Tagen hatte der NDR ihn zuerst als einzigen deutschen Kandidaten für den Eurovision Contest 2016 in Schweden aufgeboten und dann nach Protesten seine Nominierung zurückgezogen.

Warum schafft es, Xavier Naidoo immer wieder so zu provozieren? Handelt es sich bei dem neuen Song um populistischen Unsinn oder gekonnte politische Provokation?

Darüber reden wir um 14:07 Uhr im "Kompressor" mit dem "Spiegel"-Journalisten Tobias Rapp. 

 

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