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Fazit / Archiv | Beitrag vom 28.06.2019

New York feiert 50 Jahre Stonewall InnWo der Kampf für den Regenbogen begann

Nikolaus Bernau im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Regenbogenfahne, im Hintergrund das Stonewall Inn. (imago images / UPI Photo / John Angelillo)
Das Stonewall ist heutzutage "National Monument" der USA. (imago images / UPI Photo / John Angelillo)

In New York entfachte sich am 28. Juni 1969 eine Straßenschlacht zwischen der Polizei und Besuchern der Schwulenbar Stonewall Inn. "Dort war diese Regenbogenkonstellation, die heute so berühmt ist, schon ein bisschen vorgeformt", sagt Nikolaus Bernau.

Tausende Menschen wollen an diesem Wochenende nach Greenwich Village kommen und sich vor dem "Stonewall Inn" an der Christopher Street einfinden, um der Proteste von 1969 zu gedenken. Der Stadtteil in New York ist in Regenbogenfahnen gehüllt. Am Sonntag wird es große Demonstrationen und Paraden durch Manhattan geben.

Die Anti-Schwulen-Politik in den USA hatte dazu geführt, dass es für Homosexuelle Ende der 60er-Jahre kaum mehr Gelegenheiten gab, sich legal treffen zu können, sagt der Architekturhistoriker Nikolaus Bernau. Als die Polizei im "Stonewall Inn" eine Razzia an diesem 28. Juni 1969 machte, geschah allerdings etwas Neues: Erstmals begannen die Schwulen sich gegen ihre Diskriminierung und Kriminalisierung zu wehren. Es kam zu tagelangen Unruhen. Der jährliche Christopher Street Day (CSD) erinnert bis heute an diese Unruhen und den Kampf von Homosexuellen um ihre Rechte.

Vorläufer der LGBT-Bewegung

"Das Besondere bei diesem Aufstand im Stonewall Inn war, das der einerseits im Zusammenhang stand mit der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen, der Frauen und Latinos, die sich in den 60er-Jahren entwickelt hat. Außerdem im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg, das spielte eine ganz große Rolle. Und vor allem, ganz zentral war, dass sich dort in dieser Bar, das war eine der wenigen akzeptierten Schwulenbars, die es damals in New York gab, alle möglichen Leute getroffen haben. Weiße homosexuelle Männer, Latinos, Transvestiten, Transsexuelle, auch Lesben", so Nikolaus Bernau, "Dort war also diese Regenbogenkonstellation, die heute so berühmt ist, schon ein bisschen vorgeformt."

Das Stonewall Inn wurde 2016 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama zum "nationalen Monument" erklärt.

(nho)

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