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Interview / Archiv | Beitrag vom 13.04.2016

Neuverfilmung von "Das Dschungelbuch"Wie die Natur als Blockbuster zurückkehrt

Alexander Horwath im Gespräch mit Marianne Allweiss und André Hatting

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Pablo Ribet-Buse spricht in der neuen Verfilmung von "Das Dschungelbuch" den Mogli. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)
Pablo Ribet-Buse spricht in der neuen Verfilmung von „Das Dschungelbuch“ den Mogli. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Morgen startet die Neuverfilmung des Klassikers "Das Dschungelbuch". Für den Filmwissenschaftler Alexander Horwath ist die mittlerweile sechste Verfilmung die Variation eines alten Erfolgskonzeptes der Marke Disney – vorbereitet durch intensive Marktstudien.

Alexander Horwath, Direktor des Filmmuseums Wien, sieht in der Neuverfilmung von "Das Dschungelbuch" eine weitere Variante des alten Erfolgskonzeptes der Marke Disney:

"Das Zusammenschweißen angeblicher tierischer Eigenschaften und menschlicher Verhaltensweisen ist, wenn man so will, das Erfolgsrezept dieses Mannes und der Firma, die seinen Namen trägt – nahezu schon 100 Jahre lang. Und das machen sie mit dem aktuellen Film gemäß der aktuellsten Technologien wieder ganz genau so."

Große Blockbuster-Filme dürften heute nicht nur eine Altersgruppe und ein Segment der Gesellschaft ansprechen, sagte Horwath. Insofern sei davon auszugehen, dass vor dieser Produktion umfangreiche Marktstudien darüber durchgeführt worden seien, was man Kindern in welchem Alter zumuten könne:

"Es ist gut abgeklopft worden, wie viel Gewalt, wie viel Trauer, wie viel Ernsthaftigkeit man in so eine Geschichte packen kann, auch wie viel potentiell angstauslösende Momente. Und dass man nicht das Risiko eingeht, jenen Teil des Publikums, der kleiner oder jünger ist, wirklich zu überfordern."  

Das Verhältnis von Mensch und Natur im Film

Horwath sprach auch über das Verhältnis von Mensch und Natur im Film. Das Kino sei seit seinen Anfängen fasziniert vom Thema "Tier" gewesen:

"Das Kino kommt in gewisser Weise auf die Welt mit einem stark veränderten Verhältnis der westlichen Gesellschaften zum Tier. Weil die Natur immer mehr aus unserem Alltag verschwindet. Weil das Tier Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr selbstverständlicher Teil unseres Lebens ist, kehrt es gewissermaßen in verkitschter Form – als Plüschtier, als kleines Tier zu Hause, im Zoo - oder eben im Kino zurück."   

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