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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 10.10.2018

Neue Denkfabrik zu Folgen der Digitalisierung "Eine Menge Gremien, die vor sich hinwerkeln"

Elisabeth Niejahr im Gespräch mit Anke Schaefer

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Das Werk "manifest" von Peter Weibel in der Ausstellung "Open Codes" - ein Industrieroboter verfasst die Maschinenrechtserklärung (dpa / Uli Deck)
Welche Folgen hat die Digitalisierung auf die Arbeitswelt? Mit dieser Frage befasst sich eine Denkfabrik des Arbeitsministeriums. (dpa / Uli Deck)

Seit heute gibt es im Bundesarbeitsministerium eine neue "Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft". Nicht das erste Gremium dieser Art. Es bestehe daher die Gefahr, dass parallel das gleiche gemacht werde, meint die Journalistin Elisabeth Niejahr.

Das Bundesarbeitsministerium hat ein neues Gremium geschaffen, das sich mit den Folgen der Digitalisierung auseinandersetzen und Lösungen für die Zukunft beraten soll - die "Denkfabrik Digitale Arbeitswelt", die aus einem zwölfköpfigen Team bestehen soll. Dass sich das Arbeitsministerium damit befasse, sei sicher nicht schlecht, sagt die Journalistin Elisabeth Niejahr dazu - warnt aber auch vor Doppelstrukturen.

Gefahr, dass alle das gleiche machen

"Die Regierung hat eine Menge unterschiedliche Gremien, die alle vor sich hinwerkeln", so Niejahr im Deutschlandfunk Kultur. Es gebe ja auch ein Beratergremium bei der Kanzlerin, den Digitalrat, sowie die Staatsministerin Dorothee Bär, die solchen Fragen ebenfalls zusammenführen solle. "So etwas birgt immer die Gefahr, dass die sich zu sehr mit sich selbst beschäftigen oder das parallel das gleiche in den unterschiedlichen Häusern gemacht wird." Man höre auch oft, dass wegen des schlechten Koalitionsklimas wenig Austausch stattfinde.

Breitbandausbau vorantreiben

Der Forderung der parteilosen Bundestagsabgeordneten Anke Domscheit-Berg, wonach das Gremium vor allem auch langfristige Perspektiven für Menschen entwickeln solle, die aufgrund der Digitalisierung ihre Beschäftigung verlieren, will sich die Wirtschaftsjournalistin nicht anschließen. "Mein Problem ist wirklich eher, dass auch das kurzfristige Handeln stattfinden muss - wenn ich sehe, wie schleppend der Breitband-Ausbau vorangeht oder wie schlecht wir aufgestellt sind beim Thema Digitale Verwaltung."

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