Donnerstag, 25.02.2021
 

Breitband | Beitrag vom 20.06.2015

NetzmusikGut durchgekaute Klischees

Die Netzmusik am 20. Juni 2015

Beitrag hören Podcast abonnieren

J Mano kommt aus Philadelphia, rappt nach eigenen Angaben seit er 11 ist und nennt als Vorbilder Nas, Jay Z, DMX und 50 Cent. Irgendwann begann er auch eine Ausbildung zum Tontechniker und Produzenten. Das vorläufige Endergebnis seiner Musikerlaufbahn ist die EP «Life, Rhymes & Showtime», die zwar - wie sein selbstgeschriebener Facebook-Biographie-Text - an die großen, durchgekauten Klischees des Rap erinnert, aber trotzdem hörenswert ist.

Origamik ist ein zwanzigjähriger Electro-Produzent aus Großbritannien, der im Netz wenig von sich preisgibt, aber in regelmäßigen Abständen neue Tracks unter Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Das aktuelle «All for you» ist angeblich noch nicht ganz fertig und als Skizze auf Soundcloud veröffentlicht, man fragt sich allerdings, was der Künstler an dem Stück noch verbessern will.

Würde Joshua Gibbs aka Setec seine Musik verkaufen, würden die Fans wahrscheinlich übelgelaunt von Ausverkauf sprechen. Bereits im letzten Jahr wurde das Album «Brittle As Bones» veröffentlicht und wird Fans «Glassworks» als dritte Singleauskopplung inklusive vier Remixen angeboten. Allerdings nicht zum Kauf - sondern unter Creative Commons-Lizenz zum Download - ob und wieviel dafür bezahlt wird, dürfen die Fans selber entscheiden.

Bellevue kommen aus Paris, ihre großen Vorbilder aus Irland: Wer sich die Debüt-EP «Pressure» anhört, wird sich unweigerlich an U2 erinnert fühlen. Interessant ist auch die Veröffentlichungsstrategie der Band: Erhältlich auf Bezahlplattformen wie iTunes, Google Play oder Spotify gibt es die «Pressure»-EP auch beim Creative-Commons-Portal Jamendo zum kostenlosen Download.

«Cheese'n'Pot» und «The Impossebulls» sind im Netzmusik-Hip-Hop bekannte Größen. Aus beiden Band haben sich zwei Künstler - Pot-C und C-Doc - zu den Cassette Tape Bandits zusammengeschlossen und sich noch weitere Künstler zu Hilfe geholt. Ergebnis: Auf dem Netlabel Blocsonic ist in den letzten Wochen so viel Musik erschienen, dass man alleine mit den 4 Alben eine Hip-Hop-Party komplett bestreiten könnte - wenn man Old-School-Hip-Hop mag. Wie zum Beispiel eben «Number 1 Good Time Rap Song» vom Album «Rapper Exchange Program».

Steve Combs ist Elektromusiker und hat mit Delta Is ein Nebenprojekt, dass ein schönes Beispiel für den kreativen Funken ist, der Netzmusik sein kann. Auf der Seite zum Album «Themes» schreibt Steve nämlich: «Diese Stücke sind als Hintergrundmusik und Theme-Songs gedacht, also bitte, bitte, bitte benutzt sie in euren Projekten.» Eine Empfehlung, die wir gerne weitergeben.

Playlist

J Mano: «Goals» von der EP «Life, Rhymes, Showtime» (CC BY-SA)

Origamik: «All for you (ft. Fride)» (CC BY)

Setec: «Glassworks (0point1 remix)» von der Remix-EP «Glassworks: Reworks» (CC BY-ND)

Bellevue: «Gates» von der EP «Pressure» (CC BY)

Cassette Tape Bandits: «Number 1 Good Time Rap Song» vom Album «Rapper Exchange Program» (CC BY-NC-ND)

Steve Combs & Delta Is: «Theme X» vom Album «Themes Vol. 1» (CC BY)

Ausgewählt von Marcus Richter

Bild: Origamik-Cover "Digital Space/System Meltdown"

Breitband

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur