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Fazit | Beitrag vom 01.12.2020

Netflix-Serie "Das Damengambit"Schachmeisterin doubelt Hände

Filiz Osmanodja im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Die junge Schachspielerin Filiz Osmanodja schaut nachdenklich auf ein Schachbrett. (Karsten Wieland )
Filiz Osmanodja möchte lieber studieren, als Profischachspielerin zu werden. (Karsten Wieland )

Filiz Osmanodja doubelt in "Das Damengambit" die Hände der Darstellerin beim Schachspielen. In den letzten Jahren habe sich einiges getan in Sachen Gleichberechtigung im Schachsport, sagt Osmanodja, aber es gebe noch viel zu tun.

Die Netflix-Serie "Das Damengambit" erzählt von einem jungen Mädchen, das sich in den 1950er-Jahren in der Männerdomäne Schach durchsetzt. Bei Großaufnahmen werden nicht die Hände der Schauspielerin gezeigt, sondern die der Schach-Großmeisterin Filiz Osmanodja aus Dresden.

"Ein Spieler, so wie ich, der schon sein Leben lang Schach spielt, der zieht anders als jemand, der nicht so vertraut ist", sagt die 24-Jährige. Sie werde vor allem bei den Szenen eingesetzt, wo die Hauptfigur gegen mehrere parallel spielt: "Da spielt sie ziemlich schnell und da habe ich mehrere Partien auswendig gelernt, damit das hintereinander weg geht."

Gecastet durch Facebook

Bis zu 18 Schachpartien habe sie für die Dreharbeiten auswendig gelernt, erzählt Osmanodja. Dass eine Schachspielerin als Hand-Double gesucht werde, habe sie durch eine Anzeige bei Facebook erfahren. Nachdem sie ein Foto ihrer Hände eingeschickt habe, sei sie ausgewählt worden.

Die Serie sei sehr realistisch gemacht, meint Osmanodja: "Man merkt, dass sich die Produzenten Beratung geholt haben." Unter anderem durch den Ex-Weltmeister Garri Kasparow. 

Männer dominieren

In Sachen Gleichberechtigung habe sich einiges getan seit den 1950ern, sagt Osmanodja: "Wenn ich zu einem Open gehe, gibt es schon andere Frauen." Allerdings sei die Spitze immer noch männerdominiert, so die Dresdnerin: "In den Top 100 der Welt gibt es nur eine Frau."

Schon im Kindesalter gäbe es fast nur Jungen in Schachklubs. In ihrer Förderungsgruppe seien vier Jungs und zwei Mädchen gewesen. Drei von den Jungs seien inzwischen Profischachspieler, während sie und das andere Mädchen studieren und nur noch nebenbei Schach spielen.

Warum Mädchen seltener Profi werden? "Die sind vielfältiger interessiert und wollen sich nicht nur auf eine Sache beschränken."

(beb)

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