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Fazit | Beitrag vom 15.08.2020

Naturkundemuseum MagdeburgDie faszinierende Welt der Pilze

Klaus Wechsler im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Nahaufnahme eines Pilzes mit dünnem braunen Stiel und einem breiten, weißen, lamellenartigen Kopf. (Ingo Doerrie / unsplash.com)
Ein heimischer Pilz, fotografiert in Bad Salzuflen, der zeigt: Es gibt so viel mehr als Champignons, Pfifferlinge und Fliegenpilze. (Ingo Doerrie / unsplash.com)

Manche schmecken köstlich, andere wirken berauschend und einige töten den Menschen: Pilze. Das Naturkundemuseum Magdeburg stellt die besonderen Lebewesen in einer Ausstellung vor, bei der man die Pilze in ihrem Biotop erleben kann.

Millimeterklein können sie sein, aber auch meterhoch. Sie sehen oft fantastisch aus – und tragen nicht selten fabelhafte Namen wie "Stinkmorchel", "Zitterzahn", "Scharlachroter Kelchbecherling" oder "Flaschenstäubling". Das Naturkundemuseum Magdeburg hat diesen Lebewesen, die weder Tier noch Pflanze sind, nun eine Ausstellung gewidmet: "Pilze – Netzwerker der Natur".

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Pilze seien "Kunstwerke der Natur", sagt der Pilzpräparator Klaus Wechsler, der die Ausstellung mitkuratiert hat. "Die meisten Besucher interessieren sich erstmal nur für essbare Pilze oder für giftige Pilze. Wir wollen aber das breite Spektrum vorstellen."

Ausstellung zeigt nachgebaute Biotope

Sein Ziel sei es, Besucher für die Natur zu begeistern. "Die meisten Menschen rennen durch den und schauen gar nicht hin." Dabei gibt es viel zu entdecken. "Es gibt keinen Bereich in der Natur, wo nicht irgendwo Pilze auftauchen", erzählt Wechsler. "Pilze waren auch die ersten Lebewesen, die die Besiedelung an Land ermöglicht haben."

Der Pilz Scharlachrote Kelchbecherling auf einem Zweig in Baden-Württemberg. (imago images/blickwinkele/McPHOTO/U. Schwenk)Der Scharlachrote Kelchbecherling ist ein Schlauchpilz und kommt in Deutschland nur selten vor. (imago images/blickwinkele/McPHOTO/U. Schwenk)
Für die Ausstellung wurden verschiedene Landschaftstypen nachgebaut, etwa Laubwald, Mischwald, Auwald, Nadelwald. "Wir haben in den Vitrinen zum Beispiel auch ein Stück Moor nachgebaut", so der Pilzpräparator. Die Pilze so in ihren Biotopen zu erleben, sei etwas völlig anderes als die klassischen Pilzausstellungen in Museen, die Gipspilze auf Holzsockeln präsentieren.

(jfr)

Die Ausstellung "Pilze – Netzwerker der Natur" ist noch bis zum 24. Januar 2021 im Museum für Naturkunde in Magdeburg zu sehen.

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