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Echtzeit | Beitrag vom 17.04.2021

Natur als Feind und FreundWild und ungezähmt!

Moderation: Katja Bigalke

Ein Mann an einem Bach im Wald (imago / agefotostock)
Den Naturgewalten ausgesetzt: In der Wildnis überleben können heutzutage nur wenige. (imago / agefotostock)

Zur Wildnis haben wir ein gespaltenes Verhältnis. Wir romantisieren sie und gleichzeitig wollen wir sie uns im Alltag auch vom Hals halten. In vier Facetten beleuchten wir die wilde Natur: von Riesenkrabben, dem Großstadtdschungel bis zum Brustpelz.

Nicht zuletzt der Ausbruch der Pandemie hat uns gezeigt, dass wir der Wildnis vielleicht schon zu nah gekommen sind – und dass ein gewisser Abstand uns gut täte.

Wobei wir direkt in China sind und uns dort, im Süden des Landes, auf einem berühmten Fischmarkt umsehen, wo es neben Seegurken und seltenen Meeresfrüchten auch lebendige Riesenkrabben gibt. Die werden auf Wunsch übrigens direkt getötet und verspeist. Sehr archaisch! 

Keine Angst vor der Natur

Und während dem einen die Berührung mit der Wildnis da viel schon zu weit geht, staunen andere vielleicht über die Ideen und Projekte von der Wildnispädagogin Verena Hillgärtner in Berlin. Sie findet, wir sollten unbedingt wieder wilder werden und lernen, keine Angst zu haben vor der Natur. Im Interview erzählt sie uns von Schleiereulen, die im Zentrum von Berlin Kaninchen jagen, und davon, dass menschliches Verwildern auch im urbanen Raum hervorragend gelingen kann.

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Interessant auch, wen man so als wild und ungezähmt bezeichnet, womit wir mittendrin sind in rassistischen Bildern, die uns im Film und in der Werbung schon lange begleiten. Das Klischee der Wildnis ist ein problematisches Motiv, analysiert unsere Echtzeit-Kollege und Filmkritiker Matthias Dell.

Und dann noch eine vermeintliche leichte Übung für mehr Wildnis im Alltag, jedenfalls für die Männer unter uns. Flokati, Teddybär oder Otter – der Brustpelz ist wieder da!

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