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Wortwechsel | Beitrag vom 06.11.2020

Nach der US-WahlWie nah oder fern ist uns Amerika?

Moderation: Annette Riedel

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Die Börse an der New Yorker Wall Street ist mit der US-Flagge geschmückt, die von Scheinwerfern angeleuchtet werden. (Picture Alliance / dpa / NurPhoto / John Nacion)
Fragen nach dem Ausgang der Wahl. Eine davon ist, ob es eine Renaissance der transatlantischen Partnerschaft mit Europa geben kann. (Picture Alliance / dpa / NurPhoto / John Nacion)

In ersten Analysen und Reaktionen auf die Präsidenten-Wahl in den USA fordern hierzulande viele Politiker ein neues Selbstbewusstsein Europas – in der Handelspolitik, aber auch in Sicherheitsfragen. Ist die US-Wahl insofern ein Weckruf für Europa?

Er werde als ein "amerikanischer Präsident" regieren, hat der demokratische Kandidat Joe Biden angekündigt. Wenn sein Team gewinnt, werde es keine roten und blauen Staaten geben – nur die Vereinigten Staaten von Amerika.

Das klingt versöhnlich – nicht nach der America-First-Politik von Donald Trump. Doch das Ergebnis der Präsidentschaftswahl ist so knapp und umstritten, dass der Riss durch die US-Gesellschaft sicher nicht so leicht geheilt werden kann.

Will Trump die Demokratie zerstören?

Der amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle befürchtet, dass die kommenden Tage Unruhen bringen werden, angeheizt von Präsident Trump und von Straßenschlägern. Er unterstellt Trump die Absicht, die US-Demokratie zu zerstören. Er wolle verzweifelt im Amt bleiben – aus persönlichem Interesse.

Diktatorisches Verhalten wurde Trump attestiert, als er sich während der laufenden Auszählungen zum Wahlsieger erklärte und den korrekten Ablauf der Wahl stoppen wollte.

Sollte dies eine Mahnung auch an uns sein, in der  politischen Auseinandersetzung mehr Respekt und Aufrichtigkeit walten zu lassen – gegen Hetze und Populismus?

Die USA schachmatt im Patt?

Was bedeutet diese aufgeheizte und weiterhin konfrontative Situation für die Menschen in den USA? Könnte ein demokratischer Präsident unter diesen Bedingungen notwendige Reformen umsetzen?

Und wie wirkt sich der innenpolitische Druck auf das internationale Agieren der Supermacht aus? Kann es eine Renaissance der transatlantischen Partnerschaft mit Europa geben? Wird die EU in der Wirtschaftspolitik gegenüber China an der Seite Washingtons stehen oder einen eigenen Weg finden müssen?

Darüber diskutieren:

Markus Kaim, Politologe, Senior Fellow Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Bernd Lange (SPD), MdEP, Vorsitzender des Handelsausschusses des Europaparlaments
Bettina Lüscher, deutsch-amerikanische Journalistin

(bko)

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