taz kritisiert Festival-Kurator

Journalist sieht Mohamedou Slahi zu Unrecht beschuldigt

06:50 Minuten
Mohamedou Slahi steht in einer Küche vor einem Herd mit Topf
Mohamedou Slahis Buch über seine Gefangenschaft in Guantanamo war ein Bestseller, beim African Book Festival soll er afrikanische Schriftsteller nach Berlin holen. © African Book Festival / Elise Swain
John Goetz im Gespräch mit Susanne Burkhardt · 24.01.2023
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Mohamedou Slahi ist neuer Kurator des African Book Festival Berlin. Die taz allerdings erhebt schwere Vorwürfe gegen ihn. Seine Rolle als islamistischer Täter sei unklar. Nach Einschätzung des Journalisten John Goetz aber sind diese Vorwürfe längst ausgeräumt.
Bekannt ist der 1970 geborene Mohamedou Slahi als einer der Menschen, die zu Unrecht im US-Gefangenenlager Guantanamo inhaftiert waren. 14 Jahre lang, bis 2016, saß er dort ohne Verfahren, weil man ihm Verbindungen zu den Attentätern des 11. Septembers 2001 nachsagte. Seine Memoiren "Das Guantanamo-Tagebuch" wurden zu einem Bestseller und später auch verfilmt.

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Dass er als Kurator des African Book Festivals afrikanische Stars nach Berlin holen soll, wird jetzt von der Tageszeitung taz kritisiert. Der Journalist Andreas Fanizadeh erhebt in einem Artikel des Blatts schwere Vorwürfe gegen Slahi: Der Kurator sei bei al-Qaida gewesen, seine Rolle als islamistischer Täter in Afghanistan bleibe unklar.

Vorwürfe längst entkräftet

Der Journalist John Goetz aber widerspricht: Die Vorwürfe seien alt, Mohamedou Slahis Vergangenheit detailliert durchforstet. Goetz hat sich intensiv mit Slahis Leben auseinandergesetzt, unter anderem den mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Slahi und seine Folterer“ gedreht. Dass die taz die Vorwürfe überhaupt veröffentlicht habe, sei erstaunlich, so Goetz.
Mohamedou Slahi steht mit Kopftuch bekleidet zwischen bunten Booten am Strand
Mohamedou Slahi stammt aus Mauretanien in Westafrika.© African Book Festival/Jörg Gruber
Bei den Recherchen zum Film habe er mit vielen Beteiligten gesprochen, den Folterern in Guantanamo sowie Verantwortlichen des FBI. Die Schuldfrage sei ein zentraler Punkt bei seinen Recherchen zum Film gewesen. Niemand glaube, dass Slahi ein Täter ist. Schon seit Jahren halte ihn auch die US-Regierung für unschuldig. Slahi sei nun in den USA eine "sehr angesehene Person", ebenso in Großbritannien, so Goetz. „Es gab ein Gerichtsurteil und das hat seine Freilassung angeordnet.“ Alle Vorwürfe gegen Slahi seien seit Jahren bekannt und entkräftet.
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