Mit einer Art innerer Flamme

Von Bettina Augustin · 31.01.2012
Dem ersten Roman Emmanuel Boves "Meine Freunde" folgten 22 weitere und zahlreiche Erzählungen. Nach seinem Tod im Jahr 1945 lange Zeit in Vergessenheit geraten, wurde er von Peter Handke deutschen Lesern als Außenseiter der französischen Moderne bekannt gemacht.
Philippe Soupault nannte ihn "den schweigsamsten Schriftsteller, den ich je gekannt habe." Er selbst sprach, auf die Frage nach seiner Biografie, von einer "Scham, welche mich daran hindert, von mir selbst zu reden." Schon mit seinem ersten Roman "Meine Freunde" gelang Emmanuel Bove, der 1898 als Sohn eines mittellosen russischen Emigranten in Paris geboren wurde, der literarische Durchbruch - ein Meisterwerk, das einen ganz eigenen Ton anschlägt und keinem Vorbild, keiner literarischen Richtung zugeordnet werden kann.

Es folgten weitere 22 Romane und rund 30 Erzählungen, die Bove - im Sinne von Proust und Balzac - als Teile eines Ganzen verstand. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1945 lange Zeit in Vergessenheit geraten, gilt Bove heute als großer Außenseiter der französischen Moderne. Im deutschsprachigen Raum wurde er bekannt durch Peter Handke, der ihm Anfang der 80er-Jahre mit seinen Übersetzungen zu einer treuen Anhängerschaft verhalf. Was Boves Werk im Innersten zusammenhält, ist ein Gefühl existenzieller Einsamkeit und Entwurzelung. Seine Figuren gehen auch heute noch über die Straße, in Paris und anderswo.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat


Links auf dradio.de:

Dostojewski lässt grüßen - Emmanuel Bove: "Schuld", Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2010. 128 Seiten
Mehr zum Thema