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Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.11.2014

MigrationWie aus Flüchtlingen Schlepper werden

Erfolgreich auf Filmfestivals: "Nacht Grenze Morgen"

Moderation: Britta Bürger

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Am Ende ihrer Kräfte sind diese Bootsflüchtlinge aus Afrika.  (picture alliance / dpa)
Am Ende ihrer Kräfte sind diese Bootsflüchtlinge aus Afrika. (picture alliance / dpa)

Der Dokumentarfilm "Nacht Grenze Morgen" erzählt eindringlich, wie aus Flüchtlingen Schleuser werden können, die täglich ihr Leben aufs Spiel setzen. Filmemacherin Felicitas Sonvilla von der Münchner Filmhochschule erzählt von der Entstehung.

Seit zwei Jahren versperrt ein meterhoher Zaun an der türkisch-griechischen Grenze entlang des Evros-Flusses das bis dahin wichtigste Tor für Flüchtlinge, die nach Europa wollten. Manche sprechen polemisch von einem "antimigrantischen Schutzwall". Zusätzlich wird diese Grenze von 1400 griechischen Soldaten bewacht – verstärkt von europäischen Soldaten der Grenzschutzagentur Frontex.

Hier kommt heute kein Flüchtling mehr durch. Die Fluchtwege haben sich auf die Ägäis verschoben, wo seitdem ein gekentertes Boot nach dem anderen vermeldet wird – mit immer mehr Toten. Die Dokumentarfilmer Tuna Kaptan und Felicitas Sonvilla, zwei Studenten der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen, haben Kontakt zu zwei Schleusern in der Türkei bekommen und sie mit der Kamera begleitet. Ihr Film wurde gerade beim Internationalen Festival der Filmhochschulen und auf über 25 weiteren Filmfestivals gezeigt.

Im Interview verrät Felicitas Sonvilla, wie sie die an die beiden Schleuser – den Syrer Ali und den Palästinenser Naser - gelangten. Beide waren selbst einst Flüchtlinge. Von Naser, der Flüchtlinge über das Meer bringen wollte, fehlt heute jede Spur. Sie verrät, wie sie in diesem überwachten Gebiet drehen konnten und wie sie es schafften, dass sich auch Flüchtlinge mit den Filmemacherinnen trafen, um ihnen ihre Geschichte zu erzählen.

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