Seit 11:05 Uhr Tonart
Freitag, 23.04.2021
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Breitband | Beitrag vom 02.04.2016

Medien und MeinungenWindows, Überwachung und Aprilscherze

Die Medien und Meinungen vom 02.04.2016

Windows geht auf Linux-Entwickler zu
In dieser Woche versammelte Microsoft seine Entwickler zur Konferenz Build. Die Neuigkeit: Der Konzern wagt jetzt mit seinem Betriebssystem Windows einen bisher undenkbaren Schritt und geht auf Linux-Entwickler zu. Erstmals wird es ein natives Linux-Untersystem geben. Die Bash-Shell ist die erste Anwendung, die darauf läuft. Eine ganze Reihe von Linux-Anwendungen sollen so künftig direkt unter Windows funktionieren. Eine kleine Revolution. Eine weitere Revolution, die Microsoft verlauten ließ: Das Unternehmen will sich künftig stärker auf neue Nutzerinteraktion mit ihren konzentrieren. Zum Beispiel mit Hilfe von Bots. Die sollen intelligent aus dem Kommunikationsfluss des Nutzers erkennen, was der Nutzer will.

Überwachung bremst Meinungsfreiheit
Eine Studie der Wayne State University, die im Journal »Journalism and Mass Communication« erschienen ist, hat untersucht, wie sich staatliche Überwachung auf das Kommunikationsverhalten auswirkt. Das ganze basiert auf dem Phänomen der »Spirale des Schweigens«. Demnach unterdrücken Menschen ihre individuelle Meinung, um sozialer Ausgrenzung zu entgehen. In dieser Studie bekamen alle Teilnehmer die Nachricht, dass die USA eine Terrorgruppe im Irak angegriffen hätten. Danach wurden ihnen einige Fragen gestellt. Rund die Hälfte der Teilnehmer wurde währenddessen immer wieder dezent an staatliche Überwachung erinnert. Das Ergebnis: Die beeinflusste Gruppe war wesentlich weniger bereit, über neue und abweichende Ideen zu sprechen, als die Vergleichsgruppe. Die Autorin der Studie Elizabeth Stoycheff hat außerdem festgestellt, dass wer glaubt, nichts zu verbergen zu haben, noch viel schneller sein Kommunikationsverhalten anpasst. Sie betont außerdem, dass zunehmende staatliche und private Überwachung die Grundidee des Internet als neutrale Plattform der Kommunikation und des Wissensaustausches unterläuft.

Das Breitband-Meme der Woche
Kommen wir nun noch zum Meme der Woche: den Aprilscherzen. Das Who is who im Netz hat sich wieder einmal mächtig ins Zeug gelegt, um die Nutzer hinters Licht zu führen. Amazon beispielsweise kündigte an, in Berlin dank Rohrpost besonders schnell kleine Pakete zuzustellen. Bei Adobe sollten per verstecktem Plugin aus ordinären Bildern Kunstwerke werden. Und Google trat mit einer ganzen Phalanx an Scherzen an - vom selbstfahrenden Fahrrad in den Niederlanden über eine 360-Grad-Snoop-Dogg-Ansicht in Youtube bis zur Real-Reality-Brille «Cardboard Plastic», die nichts weiter ist, als eine transparente Plastik-Brille. Auch Deutschlandradio Kultur war zu Scherzen aufgelegt und ließ den amerikanischen Nachrichtendienst direkt im neuen Gebäude des BND einziehen. Zur Untermiete sozusagen. Zu welchen Konditionen? Das wollte Video-Blogger Tilo Jung dann in der Bundespressekonferenz wissen.

Die Medien und Meinungen hat Jan Rähm zusammengestellt.

Foto: Surveillance CC von Jonathan McIntosh

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Breitband

Videospiel "Say No! More"Wie ich lernte, Nein zu sagen
Illustration einer Person in grauem T-Shirt, deren Kopf eine regenbogenfarbene Dartscheibe ist. Die Hände sind abwehrend erhoben. (imago / Malte Mueller)

Wünschen Sie sich auch, einfach mal Nein zu sagen? Wenn man eine lästige Aufgabe angetragen bekommt? Oder man Überstunden machen soll? Dann gibt es jetzt Hilfe und Unterstützung für Sie – in Form des Computerspiels "Say No! More". Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur