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In Concert / Archiv | Beitrag vom 10.10.2016

Matthias Schriefl und BandAlpenländische Tradition trifft auf launigen Jazz

Moderation: Holger Beythien

(Oliver Jentsch)
Matthias Schriefl mit Band nach dem Konzert im Heinepark. (Oliver Jentsch)

Wenn ein Jazzer sich alpenländischer Volksmusik widmet und damit weder die Jazz- noch die Volksmusikpuristen auf den Plan ruft, dann muss da etwas Besonderes passiert sein. Ist es auch. Matthias Schriefl wurde ja nicht ohne Grund in diesem Jahr mit dem Weltmusikpreis RUTH ausgezeichnet.

Als dreijähriger Bub soll der gebürtige Allgäuer einer defekten Trompete die merkwürdigsten Töne und Geräusche entlockt haben. Ob dies nun tatsächlich seine Leidenschaft zum Jazz entfachte, sei dahingestellt. Dass er aber vier Jahre später Trompeten- und Klavierunterricht erhielt, 2011 Bundessieger bei Jugend musiziert wurde und mit fünfzehn Jahren als jüngstes Mitglied im Landes-Jugendjazzorchester Bayern und im Bundesjazzorchester (BuJazzO) spielte, steht außer Frage. Ein hochbegabter Senkrechtstarter, der früh schon mit eigenen Kompositionen aufwartete, 2006 den renommierten WDR-Jazzpreis für Improvisation erhielt und an der Musikhochschule Köln bei dem österreichischen Jazztrompeter Andy Haderer studierte. In der Rheinmetropole hat er dann auch sein neues Zuhause gefunden.

Matthias Schriefl, wie viele seiner (Jazz-)Kollegen stets auf der Suche nach neuen, ungewöhnlichen Klängen und Rhythmen, veröffentlichte 2012 mit "Six, Alps & Jazz" eine erstaunliche CD. Das Anliegen umschreibt er so: Crossover, und das im besten Sinne des Wortes. "Für mich", sagte er einmal, "ist die alpine Volksmusik das, was für andere die Jazz-Standards sind. Ich versuche, bei einem Jodler die Form beizubehalten, so wie andere es mit den Standards machen. Dann lasse ich es fließen."

Der Jury des Weltmusikpreises RUTH beim diesjährigen Rudolstadt-Festival war dieser Ansatz und seine virtuose Umsetzung einen Preis wert: "Für Matthias Schriefl steht, dass er Musik mit großer Finesse, immer aber auch mit einem Augenzwinkern spielt. Tradition, Innovation und eine schier überbordende Spiellaune gehen bei ihm eine qualitativ hochwertige wie fantasievolle Symbiose ein …". Davon konnte sich das Festivalpublikum selbst überzeugen, als der Preisträger mit seinem Multiorchester und einem furiosen Konzert den Rudolstädter Heinepark auf den Kopf stellte.

Aufzeichnung vom 10.07.2016
Rudolstadt, Konzertbühne Heinepark

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