"Matrix Resurrections" im Kino

Auf der Suche nach Eigentlichkeit

07:43 Minuten
Keanu Reeves (Neo) und Carrie-Ann Moss (Trinity) in einer Szene des Films "Matrix Resurrections". Neo streckt die Hände einem unbekannten Gegner entgegen, Trinity blickt im Hintergrund furchtsam.
Keanu Reeves (Neo) und Carrie-Ann Moss (Trinity) in einer Szene des Films "Matrix Resurrections". © picture alliance / Village Roadshow Pictures/Entertainment Pictures / ZUMAPRESS.com
Von Anke Leweke · 23.12.2021
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Im vierten Teil der Reihe ist die Matrix ein Computerspiel, entworfen vom Spieledesigner Neo. Der Film ist getränkt mit Selbstreferenzialität, bietet jede Menge Action und spektakuläre Bilder. Aber eigentlich ist er ein Liebesfilm.

Um was geht es?

Welche Pille hätten Sie denn gerne: „Die rote oder die blaue?“. Natürlich darf diese Frage in der Neuauflage nicht fehlen. Diesmal wird sie dem Game-Erfinder Thomas (Keanu Reeves) gestellt, der mit seinem dreiteiligen Matrix-Spiel begeisterte Fans auf der ganzen Welt hat. Nun plant der Konzern Warner - also der Konzern, der auch die "Matrix"-Filme in der Wirklichkeit produziert - eine Fortsetzung.
Doch Thomas ist physisch angeschlagen, selbstmordgefährdet. Seinem Therapeuten erklärt er, dass das Spiel auf seinen Erinnerungen beruhe, dass diese ihm wahrer vorkämen als die Realität, in der er lebe. Thomas bekommt blaue Pillen verschrieben.
Eines Tages begegnet er einem gut gekleideten Mann, der ihm anbietet, ihm wieder zu seinem wahren Ich, zu seiner wahren Existenz zu verhelfen. Gemeinsam mit Thomas begeben wir uns auf die Suche nach Eigentlichkeit, nach der wirklichen Wirklichkeit.

Was ist das Besondere?

Augenzwinkernd spielt die Regie die Selbstbezüglichkeit des „Matrix“-Universums aus, zitiert Szenen aus der Trilogie. Immer wieder begegnen wir der schwarzen Katze, deren Name groß auf ihrem Halsband steht: „Deja-Vu“.

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Wer sich auf die Wiedererkennungsmomente einlässt, begibt sich auf einen Trip durch verschiedene Realitätsebenen. Deutlicher noch als in den vorherigen Teilen steht die Frage im Mittelpunkt, weshalb man sich von Fiktion und Illusion überhaupt befreien sollte? Warum den zermürbenden Kampf um den freien Willen auf sich nehmen?

Die Filme der "Matrix-Reihe sind sehr oft gedeutet und von Intellektuellen bis in höchste Theoriegefilde aufgegriffen worden. Doch was steckt alles im aktuellen "Matrix Resurrections"? Die Philosophin Hannah Wallenfels antwortet.

Lana Wachowski jedenfalls lässt uns wissen, dass es sich lohnt, für die wahren Gefühle zu kämpfen. In dem Café „Simulatte“ begegnet Thomas immer wieder einer Frau, die ihn an seine große Liebe Trinity erinnert. Der philosophische Science-Fiction wird um die emotionale Ebene erweitert. 

Fazit

Es dominieren nicht mehr die grün-weißen Töne, der neue „Matrix“-Film ist bunter, das Figurenarsenal schriller, und die Action wird diesmal mit Emotionen aufgeladen. Erzählt wird die romantische Wiedervereinigung von Neo und Trinity im Kampf gegen eine Truppe von Realitätsverfälschern.

Matrix Resurrections
USA 2021
Regie: Lana Wachowski
Mit Keanu Reeves, Carrie-Ann Moss, Yahya Abdul-Mateen II, Jessica Henwick u.a.
Länge: 148 Minuten

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