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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 30.01.2017

Martina Gedeck"Ich verwandele mich in andere Dinge"

Moderation: Susanne Führer

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Die Schauspielerin Martina Gedeck posiert  bei der Filmpremiere von "Gleißendes Glueck" am 10.10.2016 in der Lichtburg in Essen für die Fotografen. (imago / Sven Simon)
Die Schauspielerin Martina Gedeck (imago / Sven Simon)

Sie wirkt immer anders, lässt sich nicht auf einen bestimmten Typus festlegen: Martina Gedeck ist hierzulande einer der gefragtesten Schauspielerinnen. Im Gespräch mit Susanne Führer erzählt sie, wie sie sich die Verwandlung für ihre Rollen erarbeitet.

Die Wandelbarkeit zeichnet die Schauspielerin Martina Gedeck aus. "Ich könnte wahrscheinlich nicht unbedingt einen Essay schreiben über diese Figur vorher, aber ich habe ein genaues Gespür für sie", beschreibt sie ihre Herangehensweise.

"Ich verwandele mich in andere Dinge, nicht nur in Menschen, wenn ich spiele. Manchmal bin ich auch eine Blume, ich bin ein Wind, ein Hauch oder so was. Die Umrisse lösen sich auf."

Wobei ihre Wandlungsfähigkeit auch unerwartete Folgen haben kann. "Früher hat man mich oft nicht erkannt", erinnert sie sich, und so fragten nach ihrem Auftritt als Italienerin im Film "Rossini" manche, wer denn diese talentierte italienische Nachwuchsschauspielerin sei. Einerseits scheint sie allgegenwärtig zu sein – zuletzt war sie im Kinofilm "Gleißendes Glück" zu sehen – doch sie wirkt immer wieder anders, lässt sich nicht festlegen auf einen bestimmten Typus.

Magda Goebbels würde Gedeck nie spielen

Dabei übernimmt sie nicht jede Rolle: Ulrike Meinhof hat sie gespielt im "Baader-Meinhof-Komplex", als Magda Goebbels, die Frau des NS-Chefpropagandisten, würde sie nicht vor die Kamera treten. Das ist für sie eine Frage ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als Prominente:

"Wenn ich mit der Bekanntheit, in der ich mich bewege, auftrete, dann hat das ein Gewicht, ob ich jetzt eine Nazi-Frau spiele oder nicht."

Und sie spielt auch gerne Rollen, in denen man sie nicht sieht – in Hörspielen fürs Radio, wo es nur um die Stimme geht:

"Dass man zuhört und den Anderen wirklich nur hört, das ist der Zauber."

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