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Plus Eins | Beitrag vom 13.11.2020

Markus Diegmanns Kampf gegen sein TraumaDie Dämonen der Kindheit

Moderation: Sonja Koppitz

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Symbolbild für Dämonen: eine Gestalt mit gruselige Maske unter einer Kapuze mit Feuer in der Hand. (unsplash / Samuele Giglio)
Die Dämonen der Kindheit - Wenn der Schrecken die Gefühle beherrscht (unsplash / Samuele Giglio)

Markus Diegmann ist ein getriebener, und er erfährt auf traumatische Weise den Grund seiner inneren Unruhe. Elke Schmitter analysiert, warum neue Freundschaften im Alter selten sind. Und Christopher Ludwig entpuppt sich als Familienmanager.

Markus Diegmann flüchtet als Erwachsener aus der dörflichen Enge seiner Kindheit. In Köln beginnt für ihn ein neues Leben, dass ihn letztlich zu seinem Traumjob in die USA führt. Diegmann ist dabei immer von einer inneren Unruhe getrieben. Er hält es nie lange irgendwo aus, muss weg, muss "Meilen machen", wie er sagt. Am glücklichsten ist er, wenn er beruflich viel zu tun hat und ständig unterwegs sein kann. Doch dieses Glück endet mit einer Kündigung, die bei ihm alte Wunden aufreißt.

Hinweis: In dieser Sendung geht es auch um sexualisierte Gewalt an Kindern. Wenn dieses Thema sie belastet und es für sie zu schwer zu ertragen ist, hören Sie diese Sendung nicht oder nicht allein. 

Seinem Freund Jost erzählt er von den Bildern in seinem Kopf, die lange verschüttet waren. Er wurde als Kind von mehreren Männern sexuell missbraucht. Eine quälende Phase der Aufarbeitung beginnt für ihn. Die Täter können nicht mehr belangt werden, obwohl er ihre Namen kennt. Die Taten sind verjährt. Diegmann widmet sein Leben dem Kampf gegen die Verjährung solcher Verbrechen.

Markus Diegmann steht vor einer Fernsehkamera und gibt ein Interview.  (Tour41 e.V.)Markus Diegmann kämpft als Missbrauchsopfer gegen die Verjährungsfrist. (Tour41 e.V.)

***

Die Schriftstellerin und Journalistin Elke Schmitters analysiert, warum es im Alter schwieriger wird, neue Freunde kennenzulernen. "Freundschaften entstehen nicht auf Partys", sagt Schmitter. Freundschaft ist etwas kulinarisches, etwas, das auf Gemeinsamkeit beruht. Sie selbst hat aus jeder Lebensphase jemanden in ihrem Freundeskreis, fast wie Jahresringe bei einem Baum.

Aus London wird Lieblingsgast Christopher Ludwig zugeschaltet. Er lebt dort seit fünf Jahren mit seiner Wahlfamilie in einer kleinen Wohnung. Die räumliche Enge einerseits und sein Job als Manager bei einem internationalen Musikkonzern andererseits sind in der Corona-Pandemie eine echte Herausforderung. Doch er glaubt, in solchen Situationen lernt man Dinge, die man für den Rest des Lebens brauchen kann. 

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