Margot Käßmann über Weihnachten

Mit Hoffnung aus der Krise

07:33 Minuten
Die evangelische Theologin Margot Käßmann.
"Es gibt immer die Hoffnung, dass es auch wieder anders werden kann“, sagt die evangelische Theologin Margot Käßmann mit Blick auf die Coronakrise. © picture alliance/dpa | Patrick Seeger
Margot Käßmann im Gespräch mit Stephan Karkowsky · 24.12.2021
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Die Pandemie hat uns fest im Griff. Viele Menschen sind verunsichert. Die seelischen Belastungen sind groß. Jedes vierte Kind zeigt depressive Symptome. Doch der Glaube kann dabei helfen, Kraft zu finden für diese schwierige Zeit.
"Es gibt Zeiten, in denen es schwer ist, aber es gibt immer die Hoffnung, dass es auch wieder anders werden kann", sagt Margot Käßmann, die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. "Und natürlich gehört zum christlichen Glauben auch die Hoffnung, dass diese Zeit und Welt nicht alles ist, sondern dass Gottes Zukunft größer ist als das, was wir sehen.“
Das kann Trost geben in einer Zeit, in der viele Menschen verunsichert sind, in der die seelischen Belastungen nach zwei Jahren Pandemie überall zu spüren sind. Gerade die Hoffnung auf ein baldiges Ende dieser Zeit ist bei vielen erschüttert.

Zuversichtlich ins neue Jahr gehen

Doch Margot Käßmann sieht „Glaube als diese Zuversicht, dass Gott dir die Kraft gibt, auch durch eine Krise zu gehen. Darum geht es ja im Glauben. Es ist nicht so, dass Gott Leid schickt. Auch ist Corona nicht eine Art Strafe Gottes. Corona ist ein Virus. Aber du kannst durch das Gebet, auch durch die Glaubensgemeinschaft, durch die Erfahrung, die andere gemacht haben mit diesem Glauben, dass er dich hält und trägt, zuversichtlich in dieses neue Jahr gehen."

Weihnachten, Heiligabend: Da wird immer so eine romantische Harmoniesoße drüber gegossen. In Wirklichkeit war es eine sehr schwierige Situation. Keine Frau möchte in einem Stall ein Kind zur Welt bringen. Und kurz darauf kommen Leute zu Besuch, die du gar nicht erwartet oder erwünscht hast. Und dann musst du auf die Flucht mit diesem Kind. Die Weihnachtsgeschichte ist eine Hoffnungsgeschichte, weil Menschen in Liebe zueinander halten in schwieriger Situation. Und genau darum geht es doch jetzt auch.

Margot Käßmann, Theologin

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