Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Sonntag, 15.12.2019
 
Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Lesart / Archiv | Beitrag vom 22.06.2017

Margit Auer: "Endlich Ferien 2: Silas und Rick"Geschickte Zweitverwertung

Von Kim Kindermann

Podcast abonnieren
Cover "Die Schule der magischen Tiere - Endlich Ferien 2: Silas und Rick" (dpa / Carlsen Verlag / Combo: Deutschlandradio)
Cover "Die Schule der magischen Tiere - Endlich Ferien 2: Silas und Rick" (dpa / Carlsen Verlag / Combo: Deutschlandradio)

Seit 2013 stürmen die Bücher aus der Reihe "Die Schule der magischen Tiere" die Bestsellerlisten. Und weil das so gut läuft, gibt es parallel dazu eine zweite Serie: "Endlich Ferien". Der zweite Band zeigt Silas und das sprechende Krokodil Rick im Ferienpark.

Silas und Rick, der Junge und das sprechende Krokodil aus Florida, sind unzertrennlich, seit sie an der "Schule der magischen Tiere" miteinander bekannt gemacht wurden. Und klar, dass sie auch die Ferien zusammen verbringen. Freunde für immer.

Dieses Jahr geht es für Silas und Rick ins Ferienland und da gilt es, einen Pokal zu gewinnen. Das ist natürlich nicht so leicht, Abenteuer müssen bestanden und Lebensweisheiten gelernt werden: etwa, dass Rücksicht und Freundschaft wichtiger sind, als Erster zu werden.

Magie? Völlig normal!

So weit so gut. Ein ganz normales Kinderbuch eben. Normal? Trotz Magie? Ja! Denn seitdem Harry Potter vor 20 Jahren auf der Bildfläche erschienen ist, sind magische Wesen, Zauberer, Hexen, Vampire und Werwölfe fester Bestandteil von Kinderbüchern. Zumindest in denen, die was werden.

Und so beleben "Murks Magie", "Polly Schlottermotz", "Petronella Apfelmus", "Flora Flitzebesen", "Percy Jackson" oder "Glücksbäckerei" und "Stinktier & Co", um nur die Erfolgreichsten nennen, seit Jahren den Kinderbuchmarkt. Denn eins ist all diesen Titeln gemeinsam: Sie erscheinen alle in Serie. Mindestens drei Bände müssen es schon sein. Oft aber sind es noch viel, viel mehr.

So ist es auch bei der Reihe "Die Schule der magischen Tiere". Seit 2013 stürmen die Bücher von Margit Auer über die Schullehrerin Miss Cornfield, die ihre Schülerinnen und Schüler alle der Reihe nach mit magischen Tieren versorgt und gemeinsam mit ihrer Klasse Abenteuer besteht, regelmäßig die Bestsellerlisten. Band neun ist in Planung und kommt im Herbst auf den Markt.

Und weil das so super läuft, haben sich da wohl die kluge Autorin und ein wahrscheinlich ebenso kluger Marketingexperte gefragt: Warum nicht noch eine zweite Reihe unter dem gleichen Label starten? Seit 2016 gibt es sie. "Endlich Ferien" heißt das neue Produkt und Silas' und Ricks Geschichte findet sich in Band zwei.

16 Bände könnten noch kommen

Anders als in der Ursprungsreihe spielt hier immer nur eines der Kinder mit seinem magischen Wesen die Hauptrolle. Und das hat Potential: 16 Kinder fehlen noch, denen Miss Cornfield schon zu ihrem Tier verholfen hat. Das macht 18 insgesamt und schlägt damit sogar J.K. Rowling – der tut ihre Entscheidung, Harry Potters Abenteuer nur in sieben Bänden zu erzählen, ja auch schon mächtig leid.

18 Bände und dann noch weitere Geschichten aus der "Schule der magischen Tiere". Aus Sicht der Kids mag das vielversprechend klingen, beteiligte Eltern mag es vielleicht doch ein bisschen bei dem Gedanken gruseln, auch die nächsten Jahre mit den unlogischen Fallstricken von Frau Auer leben müssen. Denn obwohl die magischen Tiere reden, essen, rumrennen, schwimmen, Quatsch machen, Kinder retten und all das tun, was magische Tiere ebenso tun, bleiben sie von anderen unbemerkt.

Ist doch klar, oder? Ist ja doch Magie, Mama. Stell dich nicht so doof an. Tue ich das?

Margit Auer: Die Schule der magischen Tiere - Endlich Ferien 2: Silas und Rick
mit Illustrationen von Nina Dulleck
Carlsen Verlag, Hamburg 2017
240 Seiten, 9,99 EUR

Mehr zum Thema

Sara Pennypacker: "Mein Freund Pax" - Tierisch berührende Freundschaft
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 23.05.2017)

Zoran Drvenkar: "Weißt du noch?" - "Das ist pure Magie!"
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 13.04.2017)

Kinderbuchautor Wolf Erlbruch - "Ich bin auf der Welt, um mir alles anzuschauen"
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 04.04.2017)

Lesart

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur