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Interview | Beitrag vom 25.02.2019

Marc Elsberg über neuen Thriller "Gier"Mehr Wachstum durch Kooperation

Marc Elsberg im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Teilnehmer einer Demonstration gegen den bevorstehenden G20-Gipfel laufen am 05.07.2017 in Hamburg über die Reeperbahn und halten dabei ein Schild mit der Aufschrift "Eure Gier ist unser Tod" in die Höhe.  (picture alliance / Christian Charisius/dpa)
Demonstranten beim G20-Gipfel in Hamburg: Marc Elsberg macht sich Sorgen über die kaum zu kanalisierende Wut auf der Straße. (picture alliance / Christian Charisius/dpa)

Das neue Buch von Bestseller-Autor Marc Elsberg heißt "Gier" und beschreibt die düsteren Seiten der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Doch Elsberg verharrt nicht in Kritik, sondern macht auch einen bedenkenswerten Gegenvorschlag.

Demonstrationen auf der ganzen Welt, die Menschen erheben sich gegen die grassierende soziale Ungerechtigkeit. Massenarbeitslosigkeit, Hunger, eine neue Wirtschaftskrise, überall Bankrott. Die Gewinner: wenige Reiche. Ein Nobelpreisträger soll in dieser Situation eine Rede halten, angeblich hat er eine Formel gefunden, die Wohlstand für alle ermöglicht. Doch bevor er sich mitteilen kann, stirbt er bei einem Autounfall.

Soweit die Ausgangslage im neuen Roman von Beststeller-Autor Marc Elsberg ("Blackout"), die Elsberg mit Blick auf die Gegenwart konstruiert hat. Es gebe Anzeichen einer neuen Wirtschaftskrise und Indikatoren, die nicht zuversichtlich stimmten, sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Auch die Wut auf der Straße ist schon da – sie sei verständlich und gerade bei großen Menschenmassen kaum zu kanalisieren, sagte er.

Der Kapitalismus könnte menschlicher sein

Dennoch sieht sich Elsberg als Optimist. Er vermischt die Handlung seines neuen Romans mit einer Idee, wie der Kapitalismus gerechter und menschlicher werden kann.

Marc Elsberg (picture alliance / dpa / Frank May)Marc Elsberg: Der Wettbewerb darf nicht mehr die Hauptrolle spielen. (picture alliance / dpa / Frank May)

"Wir brauchen Wettbewerb", sagte Elsberg, "das ist gar keine Frage." Nur spiele dieser in den gängigen Wachstums- und Wohlstands-Modellen immer die Hauptrolle. Man müsse weg davon, dass der Wettbewerb über allem stehe, forderte der Autor.

Elsberg plädiert dafür, Kooperationsmodellen größeres Gewicht zu verleihen. Es gebe inzwischen wissenschaftliche Beweise dafür, dass Kooperation mehr Wachstum erzeuge als Wettbewerb, sagte er. Es müsse dementsprechend ein Paradigmenwechsel im Denken stattfinden, "wie wir Wirtschaft und Gesellschaft organisieren", betonte er.

(ahe)

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