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Zeitfragen | Beitrag vom 04.07.2018

Maloche unter TageEine Gruben-Fahrt in die Vergangenheit

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Mit ernstem Gesichtsausdruck verlassen Bergleute am Mittwoch (31.01.1990) den Förderkorb des Bergwerkes Radbods im nordrhein-westfälischen Hamm/Bochum-Hövel. (dpa / Franz-Peter Tschauner)
Schicht im Schacht: Bergleute verlassen nach der Arbeit den Förderkorb (1990). (dpa / Franz-Peter Tschauner)

Hitze, Enge, höllisch laute Maschinen. So sah der Arbeitsalltag für die Bergleute im Ruhrpott aus, die unser Reporter Winfried Sträter vor 30 Jahren begleitet hat. Wir unternehmen die Gruben-Fahrt nochmal – denn Ende diesen Jahres wird die letzte Steinkohlezeche geschlossen.

"Du hast kein Verhältnis mehr nach über Tage", sagt ein Bergmann. "Ob morgens ist, mittags ist, nachts ist - das weiß ich nur, wenn ich auf die Uhr gucke." Im Dezember dieses Jahres ist Schluss mit dieser Arbeitswelt im Ruhrgebiet, das man früher den Kohlenpott nannte. Dann schließt die letzte Zeche.

Mit der Kohle, die die Bergarbeiter tausend Meter tief aus der Erde holten, kam die Industrialisierung in Gang, nach 1945 das Wirtschaftswunder. "Mir ist das schon komisch gewesen, wenn ich sonntags angefahren bin und es war dann 16 Uhr und dann hast du gedacht, meine Güte, die andern sitzen jetzt schön bei einer Tasse Kaffee da oben, und du rennst hier wie so'n Doofer in tausend Meter Tiefe durch Niemandsland praktisch."

Das komische Gefühl des Bergmanns verflüchtigt sich bald mit der letzten Ruhrpott-Schicht. Wie sie war, die Arbeitswelt in den Tiefen des Bergs, das vermittelt unsere 30 Jahre alte Reportage, als der Ruhrkohlenbergbau noch nicht Geschichte war.

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