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Lesart / Archiv | Beitrag vom 06.08.2015

LyriksommerDie Nähe in der fremden Sprache finden

Orsolya Kalász im Gespräch mit Joachim Scholl

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Die Lyrikerin Orsolya Kalász war im Rahmen des Lyriksommers zu Gast bei Deutschlandradio Kultur. Sie dichtet auf Deutsch und Ungarisch. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)
Die Lyrikerin Orsolya Kalász war im Rahmen des Lyriksommers zu Gast bei Deutschlandradio Kultur. Sie dichtet auf Deutsch und Ungarisch. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Die wenigsten Autoren sind in der Lage, gute Texte in einer anderen als ihrer Muttersprache zu schreiben. Die Lyrikerin Orsolya Kalász schreibt auf Ungarisch und auf Deutsch. Eines ihrer Gedichte heißt "Die Sprache gibt den Löffel ab".

Die ungarische Lyrikerin Orsolya Kalász wurde 1964 geboren. Sie kam mit sechs in die DDR, wo ihr Vater, ein Deutschungar, im Haus der ungarischen Kultur arbeitete. Als junge Frau studierte sie in Budapest Germanistik. Seit 1995 lebt die Dichterin in Berlin. 

"Am Anfang, als ich hier in Deutschland ankam, gab es ja niemanden außer mir, der meine Gedichte ins Deutsche übertragen hätte. Und das entwickelte sich dann eben zu einer Schreibweise, indem ich die Gedichte zweimal schreibe. Einmal auf Ungarisch und einmal auf Deutsch – ausnutzend, dass ich jede Freiheit habe."

Die Zweisprachigkeit spiegelt sich auch in den Sujets ihrer Gedichte wider: Austausch, Dialog und Verstanden-Werden seien wichtige Themen für sie. Eines ihrer Texte trägt den Titel "Die Sprache gibt den Löffel ab".

"Das ist sicher auch ganz natürlich, wenn man Kultur und Sprache wechselt. Darüber schreibe ich. Und auch natürlich, in welcher Weise man die Unmittelbarkeit, die Nähe bewahren kann in einer anderen Sprache."

Orsolya Kalász auf Lyrikline.org - unser Kooperationspartner in der Reihe Lyriksommer.

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