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Literatur | Beitrag vom 28.03.2021

Lyrik lesenTender Lob der Aphrodite

Moderation: Barbara Wahlster

Die inzwischen verstorbene DIchterin Barbara Köhler zwischen zwei gelben Lichtflecken.  (picture alliance / dpa | Patrick Seeger)
"Sie komponierte Texte für öffentliche Räume und private Gedichte", schrieb Deutschlandfunk Kultur einmal: die Dichterin Barbara Köhler. (picture alliance / dpa | Patrick Seeger)

Lyrik beglückt oder verstört, seit Menschen ihre Gedanken und Gefühle in Worte fassen. Drei Kritiker und eine Moderatorin diskutieren über neue Lyrikbände - und überraschend oft über Liebe und Trauer angesichts des frühen Todes von Barbara Köhler.

Gedichte können alles – und das auf engstem Raum. Sie sind spielerisch oder grüblerisch, öffnen Räume und Perspektiven, führen ins unbekannte Eigene, machen Vertrautes fremd – oder umgekehrt. Gedichte sind Wahrnehmungs- und Konzentrationsbatterien: kurz und knapp und mit lang anhaltender Wirkung, im besten Fall.

Gedichte handeln von allem, was in der Welt wichtig ist, und von allem anderem natürlich auch. Sie können verwundern und beglücken, verwirren und trösten, unterhalten und anstrengen, verärgern und vor den Kopf stoßen. Sind sie gelungen, dann schauen sie jedes Mal, wenn man sie ansieht, anders zurück.

Drei Neuerscheinungen und drei Tipps

Von dieser kleinsten und ältesten literarischen Form lassen sich Maren Jäger (freie Kritikerin), Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Gregor Dotzauer (Der Tagesspiegel, Berlin) und die Moderatorin Barbara Wahlster begeistern und verblüffen, anregen und zuweilen auch ärgern. Birgitta Assheuer liest Auszüge.

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Drei wichtige Neuerscheinungen haben sie sich ausgesucht für das Gespräch, das wegen des Coronavirus ausnahmsweise im Studio stattfand. Außerdem hat jeder der drei einen Tipp mitgebracht.

Diese Bücher werden in der Runde diskutiert:

Ana Luísa Amaral: "Was ist ein Name". Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler und Piero Salabè. Edition Lyrik Kabinett. Hanser Verlag. München 2021. 112 Seiten, 20 Euro

Ursula Krechel: "Beileibe und zumute". Jung und Jung. Salzburg 2021. 128 Seiten, 20 Euro

Marina Zwetajewa: "Lob der Aphrodite". Gedichte von Liebe und Leidenschaft. Aus dem Russischen von Ralph Dutli. Wallstein Verlag. Göttingen 2021. 232 Seiten, 24 Euro

Und das empfehlen die drei:

Jan Bürger
Barbara Köhler: "Istanbul, zusehends". Gedichte/Lichtbilder. Lilienfeld Verlag. Düsseldorf 2015 und 2021. 88 Seiten, 18,90 Euro

Gregor Dotzauer
Dana Ranga: "Cosmos". Matthes & Seitz Berlin. Berlin 2020, 114 Seiten, 20 Euro

Maren Jäger
Gertrude Stein: "Tender Buttons. Zarte knöpft". Deutsch von Barbara Köhler. Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main 2004. 154 Seiten. 

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