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Tonart | Beitrag vom 22.03.2019

Lucy Rose live Musik tröstet - einen selbst und andere

Gespräch mit Martin Böttcher

Die Sängerin hat ihre Gitarre auf dem Schoß und blickt in die Kamera. (Lucy Rose / Laura Lewis)
Lucy Rose: Trost gefunden beim Gitarrenspiel (Lucy Rose / Laura Lewis)

Die englische Songwriterin Lucy Rose hat sich getraut, auch Songs ohne Worte in ihr neues Album "No Words Left" aufzunehmen. Die Arbeit daran war ihr Trost und Hoffnung in einer schwierigen persönlichen Situation: Die Erfahrung des Trosts will sie weitergeben.

Gitarre und Klavier habe sie sich selbst beigebracht, eine Gesangsstunde habe sie nie genommen. Und doch singe und spiele sie und toure durch Europa, sagt Lucy Rose. "Ich glaube, man darf sich nicht so sehr von anderen beeindrucken und beeinflussen lassen. Würde ich ausgetretene Pfade einschlagen, ich würde mich selbst niemals richtig kennenlernen, nie meine eigene Stimme finden", so das Motto der Musikerin

Bedachte Ignoranz 

Lucy Rose meint, sie versuche, eine gewisse Ignoranz an den Tag zu legen – auch, um sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen. Dazu gehöre, viele Bücher zu lesen; ausgedehnte, einsame Spaziergänge zu unternehmen und den eigenen Gedanken nachzuhängen. Das Resultat sei eine "Reise ins Selbst". Und diese führe zur Einzigartigkeit.

Ohne Worte

Der Titel des Albums habe verschiedene Deutungsmöglichkeiten, so Rose. Zum einen habe sie alles aufgeschrieben und in die Songs gelegt, was ihr zur Zeit der Entstehung des Albums auf der Seele lag. Danach seien keine Worte mehr übrig geblieben. Ein weiterer Grund: Es gibt zwei Zwischenspiele auf dem Album, die ganz ohne Worte auskommen. "Zum ersten Mal habe ich da ausprobiert, meine Gefühle einfach nur mit Musik auszudrücken", erklärt Rose.

Trost weitergeben

Über die schwierige Situation, die sie durchlebt habe, wolle sie nicht sprechen, macht Rose deutlich. Es sei zu persönlich. Aber das Musikmachen habe gewirkt wie eine Therapie. "Das war eine so merkwürdige Zeit", gibt sie zu. "Ich kann mich heute gar nicht mehr dran erinnern, warum genau ich mich ans Klavier gesetzt habe, die Gitarre in die Hand genommen habe. Vielleicht war es Einsamkeit, und die Instrumente haben mich getröstet. Schwer zu sagen."

Diesen Trost, den sie dabei empfunden habe, möchte sie mit und in ihrer Musik weiter geben. 

(cdr)

Im Studio von Deutschlandfunk Kultur singt sie live das Lied "Conversation".

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