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Kompressor | Beitrag vom 13.01.2020

Loveparade reloadedDr. Motte sammelt für neue, alte Techno-Party

Moderation: Gesa Ufer

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Loveparade-Gründer Dr. Motte stellt bei einer Pressekonferenz in Berlin sein neues Projekt "Rave the Planet" vor. Er trägt einen gelben Pullover und eine dunkelblaue Mütze. (Picture Alliance / dpa / Annette Riedl)
Ganz viel Liebe gegen die Schlechtigkeiten der Welt: Dr. Motte fordert, dass elektronische Tanzmusikkultur zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wird. (Picture Alliance / dpa / Annette Riedl)

Der Mitbegründer der Loveparade will den Technoumzug wiederbeleben. Dazu hat Dr. Motte eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Doch der Musiker will noch mehr, um seinem geliebten Techno ein Denkmal zu setzen.

In diesem Jahr soll es mehr Liebe geben. Diese gute Nachricht hat am Montag in Berlin der Erfinder und langjährige Organisator des Technoumzugs, Dr. Motte, verkündet. Journalist Martin Böttcher hat die Veranstaltung besucht. Die Pläne des Musikers seien "leicht größenwahnsinnig", findet er.

Dr. Motte hat drei Vorhaben für dieses Jahr: Zum einen soll die Unesco elektronische Tanzmusikkultur zum Weltkulturerbe erklären. Zum anderen fordert er, dass Berlin einen offiziell anerkannten Feiertag der elektronischen Tanzmusikkultur einrichten und an diesem eine Parade abgehalten werden solle.

Geld für einen neuen Anlauf

Kurz gesagt: die Loveparade soll wiederkommen. Um das Vorhaben umzusetzen, wurde eine gemeinnützige GmbH ins Leben gerufen, deren Name "Rave the Planet" lautet. Damit soll "der Spirit der Parade" nach Berlin zurückgeholt werden, sagte der 59-jährige Dr. Motte bei der Vorstellung. Zur Finanzierung will der Technokünstler Spenden sammeln – mittels "Fundraving".  

Was 1989 am Berliner Kurfürstendamm mit dem Umzug von einigen hundert Anhängern der elektronischen Unterhaltungsmusik begann und sich später zu einem Millionen-Event in der Hauptstadt entwickelte, fand vor zehn Jahren mit dem Unglück von Duisburg, bei dem 21 Menschen zu Tode kamen, ein Ende.

Zeit der Paraden ist vorbei

Journalist Martin Böttcher sieht durchaus die Möglichkeit, dass es wieder einen Technoumzug durch Berlin geben könnte. Doch er hat auch Zweifel: Solche Großereignisse seien sicherheitstechnisch kaum noch denkbar. Auch habe sich die Clubkultur weiterentwickelt. Ehrenwert sei aber, dass Dr. Motte gerade diese schützen wolle, denn nicht wenige Clubs seien etwa durch Verdrängung bedroht.

Für Böttcher steht fest: Zwar habe Berlin der Clubkultur viel zu verdanken, doch sei die Zeit der Loveparade vorbei. Die letzte, 2006 in Berlin, sei auch nicht mehr "so hübsch" gewesen. "Wer Clubkultur erleben will, soll in einen der bis zu 300 Clubs der Stadt gehen. Das einzige, auf was ich mich bei einer solchen neuen Parade freuen würde, wäre die Rede von Dr. Motte."

(rzr)

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